Spiel mir das Lied vom tot – Microsoft verkauft Lumia an Foxconn

Microsoft gab kürzlich bekannt, dass man sich von der Traditionsmarke Lumia trennen werde und somit auch aus dem Hardware Geschäft für Smartphones aussteigen werde. Die Marke Lumia hatte Microsoft bereits ende 2013 bzw. Anfang 2014 von Nokia übernommen, als Microsoft sich Nokias Mobilgeschäft unter den Nagel riss.

Damals noch mit der festen Überzeugung die schwächelnden Nokia Geschäfte unter eigener Regie in eine gewinnbringende Zukunft führen zu können. Die Pläne dazu waren Groß und der Wettbewerb mit Google und Apple noch viel größer.

Windows 8 war ein Flop

Windows 8 sollte es damals richten, doch weder die Geräte-Hardware noch das Betriebssystem konnten die Kunden richtig überzeugen, doch Microsoft dachte schon damals eher langfristig, was eine gute Strategie hätte werden können, aber leider niemals wurde.

Nachdem Windows 8 Mobile nicht so recht angenommen wurde und der Name Nokia seinerzeit teilweise auch noch auf den Geräten stand, entschied man sich zu einem neuen Schritt. Der Name Nokia sollte verschwinden und mit dem neusten Windows 10 Mobile wurde nur noch der Name Lumia weiterverwendet.

Windows 10 Mobile – nie zu Ende gedacht, aber mit guten Ansätzen

Windows 10 Mobile war eine kreative Idee, Nokia war verschwunden und das neue Microsoft Lumia 950 und Lumia 950 XL erblickten das Licht der Welt. Neben riesigen Werbekampagnen und einer gut in das OS verstrickten eigenen Infrastruktur, ähnlich Google und Apple, versuchte Microsoft nun zu Punkten. Oben drauf gab es noch schnelle Hardware in altem Kleid aber mit wirklich schönem Display. Was genau die beiden Windows 10 Mobile Heilsbringer konnten, könnt ihr in meinem Review nachlesen.

Dazu gab es noch coole neue Software-Features wie Continuum und Microsoft Hello. Doch das alles brachte am Ende nichts. Die Verkaufszahlen der Lumia Geräte waren alles andere als erfreulich. Stetig sinkende Verkaufszahlen und das einfrieren der eigenen Software bzw. App Weiterentwicklung trugen nicht gerade zu einem Ansturm von kaufwilligen Kunden bei. Neue App-Entwickler suchte man vergebens und eine eigentlich gut gedachte Lösung zum Portieren von Android und iOS Apps wurde kurzerhand eingefroren, weil der Aufwand zu hoch sei.

Microsoft entschied sich also die Mobilsparte auf Sparflamme zu setzen, was eigentlich schon der Anfang vom Ende gewesen ist. Hier noch mal alle Details dazu: Microsoft streicht Mobil-Sparte zusammen, aber mal so richtig!

Microsoft beteuerte noch, dass der Grund nur sei, sich dadurch mehr auf die Business Nutzer für Windows 10 Mobile konzentrieren zu können.

Das scheint man aber nun auch nur noch bedingt zu tun, denn nun gab Microsoft bekannt, was ich bereits erwartet hatte.

Man trennt sich von Lumia und verramscht diese an Foxconn (seines Zeichens Fertiger für Apple und viele andere Smartphone Hersteller) und wird demnach auch erstmal keine Smartphones mehr Herstellen.

R.I.P. Lumia

Windows 10 Mobile ist also tot, oder?

Nö, jedenfalls immer noch nicht so richtig. Und vermutlich wird sie das auch noch eine ganze Weile nicht sein. Lumia ist eine Nokia Marke die irgendwie nie richtig in den Smartphone Markt passte. Auch wenn die Marke sehr bekannt gewesen ist, war die Anhängerschaft nur recht klein. Windows 10 Mobile ist in keinem Fall tot, denn der Mobile Ableger von Windows 10 ist fester Bestandteil von der One Windows-Strategie die Microsoft fährt.

Wobei, so richtig One Windows ist es ja eigentlich nicht. Auf den verhältnismäßig gut gehenden Surface Tablets läuft keine Mobile Version, da die Nutzer gerne ein vollwertiges Windows 10 wünschen, auf dem sie auch alle Programme installieren können.

Im Business Bereich bei den Smartphones und Tablets ist Apple dank einer Kooperation mit IBM relativ weit vorne und auch Google ist hier inzwischen immer stärker unterwegs. Auf Windows 10 Mobile trifft man hingegen recht selten in Unternehmen.

Ich halte es, und das habe ich bereits in meinen anderen Artikeln geschrieben, für einen großen Fehler von Microsoft, nicht mit wirklich viel Elan bei der Sache zu sein, wenn es um Mobile geht.

Viele unglaublich geniale Ideen und vor allem Innovationen, die es so, schon länger nicht mehr bei Google und Apple gab, aber nicht den Ar… in der Hose alles mal ordentlich zu Ende zu bringen. Wirklich schade, denn Potenzial ist ja ohne Ende da, und kreative Köpfe ebenfalls.

Dennoch glaube ich nicht direkt an den Tot von Windows 10 Mobile. Ich glaube, das vielleicht 2017 ein Microsoft Surface Phone auf den Mark kommen wird und man hier versucht nochmal alles richtig zu machen. Bessere Verarbeitung, mehr Apps, gute Hardware, mehr Continuum Apps etc.

Sollte Microsoft hier aber auch wieder so vorgehen wie bisher, dann sehe ich leider Schwarz für Windows 10 Mobile und würde schon mal eine Kerze für das OS Anzünden, das so groß hätte werden können, es aber nie wurde.

Vielleicht überspringen wir das Surface Phone aber auch ganz und kommen direkt zum Kerze anzünden, so ganz entscheiden kann ich mich da selbst noch nicht.

Wie sieht es denn bei euch aus? Surface Phone? Ganz anderer Name? Oder einfach kein Windows 10 Mobile mehr? Was meint ihr wird passieren?

Microsoft Lumia 950 – #eshättesoschönseinkönnen

Der eine oder andere mag sich schon bei der Überschrift wundern, wie ich bitte auf die Idee komme, hier über ein Gerät zu schreiben, dass nun schon einige Monate alt ist. Und ja, ihr habt ja recht, das Microsoft Lumia 950 ist nicht brandneu. Ist aber auch nicht schlimm, denn ein echter Langzeittest ist einfach nicht in wenigen Tagen oder Wochen gemacht. Und wer ein Gerät wirklich auf Herz und Nieren testen möchte, muss sich auch erst an ein paar neue Workflows gewöhnen und dem Gerät oder besser dem Betriebssystem eine echte Chance geben.

Viele viele viele Pixel – Das Display

Lumia 950 Livekacheln
Starten wir doch erstmal mit dem Display. Microsoft hat dem Lumia 950 ein großzügiges 5,2-Zoll QHD Display mit einer schicken Auflösung von 2560 x 1440 spendiert und hier alles richtig gemach. Die Pixeldichte beläuft sich beim Lumia 950 also auf 564 ppi und ist echt ordentlich.

Noch nie hat es mir so viel Spaß gemacht auf eine Windows Oberfläche zu schauen. Und ich finde, Windows 10 in QHD sieht einfach schick aus.

Da es sich um ein AMOLED-Display handelt, sind die Farben gewohnt kräftig aber nicht unnatürlich überzogen, wie man es von vielen Samsung Geräten kennt. Der Kontrast ist, einem AMOLED-Display typisch, also sehr gut und die Schwarzwerte sind großartig. Doch auch bei den Weißwerten kann das Display durchaus überzeugen.

Ein kleines Manko ist beim Display allerdings zu erkennen, es könnte etwas heller sein. Insgesamt lässt sich die Helligkeit nur unzureichend einstellen, was allerdings eher am Windows als am Display liegt. Bei Sonneneinstrahlung war das Display allerdings deutlich schlechter ablesbar als beispielsweise ein iPhone 6s im Vergleich. Im Gegenzug dazu, ist das Display gerade im Dunkeln viel zu Hell, selbst wenn man die Helligkeit ganz runter dreht. Das kann Nachts bei einem kurzen Blick aufs Display durchaus unangenehm für die Augen sein. Aber auch das ist voraussichtlich eher ein Softwarethema sollte aber wenigstens erwähnt werden.

Verarbeitung und Design

Lumia950 Tasten
Ja, hier scheiden sich natürlich die Geister. Und über Geschmack lässt sich bekanntlich auch streiten. Microsoft hat sich und sicher auch das Smartphone nicht neu Erfunden, soviel ist mal klar. Man nahm einfach das bekannte Lumia Design, welches noch von Nokia Seite her auf den Markt kam und pappte im großen und ganzen dort einfach das Microsoft Logo drauf.

Ich persönlich fand das Design auch grundsätzlich gut, aber dennoch weit weg von einem wirklich schönen Smartphone.

Das Lumia 950 ist durch das leicht kantige Design sicher auch kein Handschmeichler liegt aber besser in der Hand als man es auf den ersten Blick vermuten würde. In der Hosentasche geht es noch so gerade eben, durch das Eckige Gehäuse kann es hier oder da aber dennoch mal zwicken.

Viel interessanter ist bei einem Flagschiff aber die Verarbeitung und hier möchte ich schon mal aus der Überschrift zitieren: #eshättesoschönseinkönnen.

Also wirklich Microsoft, was habt ihr euch dabei nur gedacht? Ein „Flagschiff“ mit einem billig Kunststoffgehäuse? Warum wurde hier nicht zu dem wertigen Magnesium Material gegriffen, was sich schon beim Surface sehr gut und hochwertig anfühlt? Nein man entschied sich für günstigen Kunststoff auf der Rückseite und auch für verchromte Kunststoff Buttons, die bei meinem Gerät jedenfalls ganz schön Spiel haben und hin und her wackeln. Das sollte besser gehen oder?

Immerhin kommt auf der Front das gute Corning Gorilla Glass 3 zum Einsatz, was vor groben Kratzern schützt.

Cool ist hingegen das die Plastikrückseite des Lumia 950 immerhin bereits für das kabellose Laden vorbereitet ist. Die Dafür notwendige Ladestation muss man allerdings kaufen, da diese nicht mitgeliefert wird.

Akku – Was macht Microsoft aus 3000 mAh?

Kommen wir zum Akku, wo wir doch eben erst von kabellosem Laden gesprochen haben. Verbaut wird ein 3000 mAh Akku von Microsoft und der bringt einen über den Tag. Viel mehr würde ich von dem Akku aber auch nicht erwarten. Damit ist Microsoft weder besonders gut noch besonders schlecht, kann aber beispielsweise mit dem Asus Zenfone Max das ich vor einer Weile bereits getestet habe, auch nicht mithalten. Dennoch bietet das Lumia 950 etwas, was andere Hersteller nur selten bieten. Das sogenannte Fast Charging sorgt beim Laden per Kabel für fixes nachladen eures Akkus. Innerhalb kurzer Zeit stehen euch wieder gute 60 % des Akkus zur Verfügung, das ist schon wirklich sehr praktisch, gerade unterwegs wenn man wie ich, bspw. am Flughafen oder im Cafe nur mal eben kurz an eine Steckdose kommt. Zukunftsträchtig setzte Microsoft beim Ladekabel auch direkt auf einen USB-Typ-C-Anschluss der auch Daten sehr fix vom Gerät runter oder aufs Gerät rauf bringt. Das allerdings nur wenn ihr auch Windows Nutzer seid. Apple Mac Nutzer werden einfach nicht mehr mit einer Software versorgt, die die Bilder vom Gerät holen kann. Steckt man das Lumia an einen Mac, wird es zwar geladen, aber das war es auch. Es wird nicht als Massenspeicher angezeigt und auch sonst gibt es keine Software von Microsoft um den Datenaustausch per Kabel irgendwie möglich zu machen. Die Software gab es zwar mal, wird aber nicht mehr angeboten wie mir der Microsoft Support auf Anfrage mitteilte. Schön das Microsoft damit aber immer noch Werbung auf der eigenen Website macht #eshättesoschönseinkönnen. Es bliebe nur noch der umständliche Weg, alle Bilder ins One Drive zu verfrachten und auf diese dann vom Mac aus zugreifen zu können.

Kamera mit Zeiss Linse – Geeeeeil, oder?

Lumia 950 Back
Hui, kommen wir zu einem wirklich interessanten Teil. Die Kamera mit guten 20 Megapixeln klingt erstmal sehr geil. Eine Linse von Carl Zeiss verbauen kommt auch immer gut, also auch hier schon mal einiges richtig gemacht. Die Blende von f/1,9 macht auch einen wirklich guten Eindruck und ist verhältnismäßig Lichtstark, was ihr auch bei Aufnahmen im dunkeln merkt.

Der Autofokus arbeitet auch angenehm schnell und die optische Bildstabilisierung ist ebenfalls ganz gut. Allem in allem kann man sagen, die Kamera macht wirklich gute und knackig scharfe Bilder. Da gibt es so einige Smartphones die dagegen schlecht aussehen. Das Lumia 950 macht, wie auch die Smartphones aus dem sonnigen Cupertino, Lifebilder die quasi immer einen kleinen Film bei Fotografieren aufnehmen. Dadurch bekommt man ca. 2 Sekunden vor dem eigentlichen Bild immer ein kleines Filmchen gezeigt. Sozusagen wie das Bild entstanden ist. Das ist ein cooles Feature, nimmt aber natürlich auch Speicherplatz in Anspruch. Die Funktion kann allerdings auch deaktiviert werden.
Lumia 950 Kameraeinstellungen
Insgesamt sollte man den bequemen Automatik-Modus der Kamera eher vermeiden, denn auch wenn die Kamera grundsätzlich sehr gute Bilder machen kann, ist die Automatik doch verhältnismäßig schlecht und ihr könnt viel mehr aus den Bildern rausholen, wenn ihr eure Einstellungen selbst vornehmt.

Natürlich könnt ihr auch 4K-Videos mit dem Lumia 950 machen. Das ganze klappt auch mit 30 Frames und wie die meisten anderen Smartphones, wird auch das Lumia dabei etwas wärmer mit der Zeit. Das ist allerdings kein Grund zur Sorge. Beim Filmen in 4K solltet ihr aber besser den internen Speicher verwenden oder auf eine sehr schnelle Micro-SD-Karte setzen, denn sonst bricht die Aufnahme irgendwann ab. Nicht aus Platzmangel, sondern weil die SD-Karte beim beschreiben nicht mehr mit kommt.

Windows 10 – Das OS auf dem Smartphone das die Welt verändern sollte

Nun kommen wir zum traurigsten Teil des gesamten Tests, jedenfalls für mich.

Als ich mir das Lumia 950 zulegte hatte, hatte ich mich wieder meiner Natur als Apple Nutzer, wirklich sehr auf Windows 10 Mobile gefreut. Ich muss Microsoft lassen, das Windows 10 wirklich gut gelungen ist. Es ist performanter als alle Windows Versionen davor. Ja ich würde sogar sagen, das Arbeiten mit Windows 10 macht spaß. Natürlich hat es auch seine Tücken und einige Altlasten die Microsoft von Generation zu Generation mit sich rumschleppt, aber es ist wirklich ein gutes Betriebssystem geworden. Auf den ersten Blick machte es auch eine sehr gute Figur auf dem Smartphone, weshalb ich mich wirklich auf die Nutzung gefreut hatte.

Leider kam es anders als ich es mir vorgestellt hatte. Bevor ich nun richtig durchstarte mit dem Thema Software, möchte ich noch dazusagen, dass Microsoft mit Windows 10 Mobile ein wirklich gutes Betriebssystem erstellt hat, dass in der Theorie und manchmal auch in der Praxis wirklich genial schnell war. Windows 10 Mobile hätte ein echter Wettbewerber für iOS und auch Android werden können. Leider wird es das wohl nie werden. Denn Microsoft hat die Weiterentwicklung zu großen Teilen leider eingefroren.
Lumia 950 Gaming
Irgendwie fehlt Microsoft gefühlt der lange Atem um gegen den übermächtigen Wettbewerb durchzuhalten bzw. auch die Weitsicht im eigenen OS. Und da sind wir nun auch schon bei den Tatsachen angekommen.

Windows 10 Mobile ist ein sehr schnelles OS, leider nicht immer. Und das liegt beim Lumia 950 sicher nicht an der Hardware, denn die ist wirklich Top und bietet ausreichend Leistung.

Vermutlich liegt es auch nicht zu 100 % an Microsoft, als viel mehr an den Entwicklern von Apps selbst.
Alles was das Lumia 950 direkt an Bord hat läuft sehr schnell. Das Wechseln durch die verschiedenen Menüs geht schnell von der Hand. Anders sieht es leider bei der Nutzung von Apps aus. Abgesehen davon das es kaum Apps gibt, was aus meiner Sicht einer der Hauptgründe für den Misserfolg von Windows 10 Mobile ist, brauchen diese teilweise mehrere Gedenksekunden, um zu öffnen.

Wie gesagt, die Hardware ist das aber nicht in Schuld. Ich gehe davon aus, das die paar Apps die es für Windows 10 Mobile gibt, einfach nicht sauber Programmiert sind, denn das System kann ja durchaus auch schneller arbeiten, wie es auch hier und dort mal zeigt. Die ständigen Ladezeiten nerven aber unglaublich, und bremsen einen bei der Arbeit mit dem Gerät einfach extrem aus. Außerdem lässt es das Gerät einfach langsamer und damit schlechter erscheinen, als es der Fall ist. Das zerstört das gesamte Look and Feel und man möchte nicht mehr mit dem Gerät arbeiten. Leider hat sich das auch nach einigen Updates nicht wirklich gebessert. Hier hätte Microsoft einfach eher ein Auge auf die Entwicklung werfen müssen, ähnlich wie es Apple bei iOS Apps tut. Doch der Anreiz für Entwickler Apps für Windows 10 Mobile zu entwickeln ist fast gleich null. Die Tatsache, das Microsoft sich nun auch nicht mehr voll auf die Weiterentwicklung konzentrieren will und die geringen Stückzahlen, dürften Entwickler keinen Anreiz bieten leider. Über die Windows 10 Mobile Optik kann man sich natürlich streiten, mir persönlich gefallen die Kacheln und vor allem die Life Kacheln sehr. Bringt aber nichts, wenn die Apps nicht laufen.

Schön sein ist eben nicht alles.

Dann wären da noch die absolut unübersichtlichen Untermenüs in den Einstellungen. Einstellen kann man unglaublich viel beim Lumia 950. Leider muss man wirklich wissen wo. Bei meinem ersten Versuch alles für mich einzustellen, dachte ich, dass ja alles schön übersichtlich sei. Stimmt aber leider nicht. In beinahe jedem Menü befindet sich noch mindestens ein Untermenü mit weiteren Einstellungen, die man aber kaum wahrnimmt, da sie sich hinter schlecht zu erkennenden „Links“ befinden. Man hat das Gefühl, Microsoft wollte einfach das gewisse Einstellungen untergehen. Vor allem Datenschutz relevante Einstellungen verbergen sich hier gerne hinter besagten Links, ein Schelm wer hier böses denkt ;).
Insgesamt sind die Tiefen des Systems wirklich unübersichtlich und man muss schon genau suchen.
Lumia 950 Ladebildschirm
Dann wäre da noch die Schriftgröße. Ein Display mit 5,2-Zoll und einer QHD-Auflösung bietet unglaublich viel Platz für den Content. Microsoft scheint allerdings zu glauben, das Riesen Schriften die Lesbarkeit stark verbessern. Das führt leider dazu, dass man nicht viel von dem großen Display hat, denn der Platz wird einfach verschwendet. Zwar kann man hier einige Einstellungen zur Schriftgröße machen, aber das wird von einigen Apps konsequent ignoriert und so bekommt man oft nur wenig Content auf dem schönen Display zu sehen und muss eigentlich immer viel hin und her Scrollen. Ich fand das wirklich unangenehm und zum Arbeiten einfach ungünstig. Ich nutze mein Smartphone viel zum Arbeiten und war verwundert, wie viele Apps im Vergleich zu iOS oder Android ganz anders ausgesehen haben. Viele Apps rufen im Hintergrund eigentlich nur die Mobile Website auf, anstatt tatsächlich eine App zu sein. Wenn dann die Mobile Website schlecht in den Ladezeiten ist, sieht das dementsprechend auch in der vermeintlichen App aus. Insgesamt wird man eigentlich ständig in der Nutzung ausgebremst und das leider unnötig #eshättesoschönseinkönnen.

Fazit

Leider, und das meine ich ernst, hat Microsoft es mit Lumia 950 nicht geschafft mich und viele andere zu überzeugen. Das Betriebssystem ist leider nicht zu Ende gedacht, dass war ja bereits kurz nach dem Unboxing meine Befürchtung und auch wenn ich mir wirklich mühe gegeben habe meinen Workflow auf das Gerät anzupassen und das nun über mehrere Monate hinweg. Die tiefen des Systems sind unübersichtlich, die Apps nicht ausgereift, nichtmal die eigenen Microsoft Apps wie Outlook haben den vollen Funktionsumfang. Das verwundert doch sehr, denn man sollte doch meinen, dass die eigenen Apps wenigstens den gleichen, wenn nicht sogar mehr zu bieten haben, als die iOS oder Android Versionen.

Die Ladezeiten der Apps schaffen einen einfach und machen das gesamte gute Gefühl kaputt. Das größte Problem ist aber mit Sicherheit der Mangel an Apps. Und das ist ein Rattenschwanz. Mal ganz unabhängig davon, dass Microsoft hier eh nicht mehr viel oder nicht mehr in vollem Umfang weiterentwickelt. Auch als das noch anders gewesen ist, gab es für Entwickler keinen Anreiz zum Entwickeln, weil es zu wenig Nutzer gab. Nutzer wollen aber auch kein Betriebssystem auf ihrem Smartphone, dass keine Apps hat. Microsoft wollte den Entwicklern eigentlich einen Anreiz schaffen, indem es möglich sein sollte, dass man Android oder iOS Apps, mit sehr wenig aufwand auf Windows 10 zu portieren. Leider wurde auch die Entwicklung dieses Tools eingefroren. Das machte wiedermal eine gute Idee zunichte, die in meinen Augen Potenzial hatte. Die Universal Apps sind noch lange kein echter Desktop Ersatz und es gibt auch noch zu wenige. Dabei hat auch diese Idee wirklich viel Potenzial und soll ja wohl auch gerade für den Business Bereich weiterentwickelt werden. Aber hier passiert einfach zu wenig. Gefühlt geht es da nicht voran #eshättesoschönseinkönnen.

Ich hatte wirklich gehofft das Windows 10 Mobile auf dem Lumia 950 besser gewesen wäre – besser als die Vorgänger und es wirkte ja auch erst so. Ich habe wirklich Geduld gehabt, doch leider waren in mehreren Monaten testen auch durch verschiedene Updates, kaum echte Verbesserungen zu spüren.
Ein Microsoft, das sich inzwischen so innovativ zeigt, und das glaube ich auch wirklich inzwischen ist, setzt leider zu langsam zu wenig bis zum Ende um, von dem was angekündigt wird. Sollte Microsoft sich hier irgendwann noch einmal offensiver gegen iOS und Android aufstellen, könnte es allerdings wirklich eine alternative sein. Aktuell halte ich das Lumia 950 für ein gutes Smartphone, das leider in vielerlei Hinsicht nicht zu Ende gedacht wurde und weit hinter seinen eigentlichen Möglichkeiten zurück bleibt. Zur wirklichen Arbeit taugt es leider nicht. Wem die Geschwindigkeit beim Laden von Apps und das Fehlen von Apps egal ist, der kann hier aber ein Gerät mit starker Hardware für einen ganz kleinen Kurs bekommen.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Windows 10 Mobile gemacht? Was haltet ihr vom Windows 10 Mobile? Hat es Zukunft? Sollte Microsoft hier einfach mehr Gas geben und die guten Ideen einfach mal mit mehr Elan umsetzen? Ich bin gespannt auf eure Meinung!

Microsoft streicht die Mobil-Sparte zusammen, aber mal so richtig

Oha, es ist wieder so weit und Microsoft geht einen für mich schon lange erwarteten Weg. Die Mobil-Sparte wird von Microsoft nun stark zusammen gestrichen, wie das Unternehmen aus Redmond verkündet hat. Damit ist klar, dass sich das „Nokia-Experiment“ nicht gelohnt hat. Die Mobil-Sparte wurde ja im Jahr 2013 durch den Zukauf des einstigen Mobilfunk-Primus Nokia stark erweitert und nach nur 3 Jahren streicht Microsoft jetzt die Segel. Schon im letzten Jahr lief es nicht gut für die Redmonder und es mussten satte 7,6 Milliarden US-Dollar abgeschrieben werden (hier mal als imposante Zahl: 7.600.000.000). Alleine in diesem Jahr werden dann nochmal weitere 950 Millionen US-Dollar abgeschrieben.

Hui, das sind Zahlen mit so vielen Nullen, dass ich sie mir nicht einmal vorstellen kann! Für das Geld hätte ich mir unglaublich viele tolle Gadgets kaufen können, da steigen mir doch glatt Tränen in die Augen.

Was macht Microsoft nun also?

Tja, der Plan des Software-Riesen sieht nun wie folgt aus: Man muss sehr viele Kosten einsparen und am besten trennt man sich direkt fast gänzlich von der kranken Mobil-Sparte. Dies bewerkstelligt Microsoft so: Die Mobil-Sparte wird an Foxconn ausgegliedert, 1.850 Mitarbeiter werden bis 2017 entlassen und das war es dann auch schon im Großen und Ganzen. Zack sind ein paar wichtige Dollar eingespart und ein Mobilbetriebssystem quasi schon wieder begraben. Übrigens sind 1.350 der Mitarbeiter, die von den Entlassungen betroffen sind, Mitarbeiter aus Finnland, dem alten Nokia-Standort. Damit dürfte dann wohl auch klar sein, dass bis 2017 kein alteingesessener Nokia-Mitarbeiter mehr dabei sein wird.
Jetzt wollen wir aber nicht gleich schwarzmalen, denn Microsoft gibt natürlich offiziell noch nicht ganz auf und hat auch konkrete Pläne, was nun zusätzlich zu den Streichungen passieren soll.

Business for the Win

Microsoft gab auch bekannt, dass man sich nicht ganz vom Mobilen Windows 10 trennen möchte.
Klar, man hat ja auch noch ein Surface im Programm, das will weiter bespaßt werden. Und das Surface Tablet wurde vermutlich bisher besser verkauft als die Smartphones. Leider habe ich dazu keine konkreten Zahlen und kann das daher nur aus dem Bauchgefühl heraus behaupten.
Der Plan: Microsoft möchte nun dahin gehen, wo die Kunden sind, und die sieht Microsoft klar im Business-Bereich. Bedeutet also, man möchte den Consumer-Bereich eher einstampfen, da Privatkunden nicht so interessant sind. Daraus resultiert, dass es dieses Jahr auch kein neues Smartphone mehr geben soll und das Surface Phone, wenn überhaupt, erst nächstes Jahr erscheint.
Grundsätzlich ist der Gedanke von Microsoft nicht unverständlich, denn auch Apple kooperiert ja seit einiger Zeit mit IBM und SAP, um den eigenen Business-Bereich auszubauen.

Microsoft will sich also nun auch auf die Geschäftskunden konzentrieren und die Privatkunden sollen erstmal mehr oder weniger in die Röhre gucken. Wobei auch das nicht ganz so ist, die Redmonder sagten eher etwas in der Art wie „Die Privatkunden sind egal, aber wenn sie ein Smartphone mit Windows 10 Mobil haben wollen, müssen sie die gleichen Interessen wie Business-Kunden haben.“ Das haben sie zwar nicht genau so gesagt, aber man konnte es unmissverständlich daraus lesen und verstehen.

Doch ist das wirklich die Lösung für ein gestrandetes Windows 10 Mobile?

Nein, ich denke nicht!

Zwischen den Zeilen war übrigens auch zu lesen, dass man bei den Geschäftskunden vor allem auch die sagenhafte und unglaubliche Continuum-„Idee“ weit vorne sieht.

Ich glaube, das wird nichts!

Ich glaube allerdings, das wird nix werden. Warum? Weil Microsoft von Anfang an Fehler gemacht hat, aus denen sie leider nicht zu lernen scheinen. Natürlich kenne ich ebenso wie alle anderen Blogger, die sich dazu äußern, immer nur eine Seite der Medaille, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: „Das wird nix!“

Und warum das nix wird, ist auch recht einfach. Microsoft hat seine mobile Lösung einfach von Anfang an nie richtig zu Ende gedacht. Windows 10 Mobile hatte super Voraussetzungen, ein echter iOS- und Android-Konkurrent zu werden. Das OS an sich ist recht schnell und es gab viele gute Ideen, die aber leider alle nur halb umgesetzt wurden. Das besagte Continuum ist ein sehr gutes Beispiel.

Continuum ist eine Krücke

Klar, es ist super genial, den PC quasi in der Hosentasche zu haben. Gerade für besagte Business-Kunden ist es doch super, zu einem Meeting zu kommen, das Smartphone an ein Kabel anzustecken und dann die Präsentation zu zeigen. Keine Laptops mehr im Gepäck ist schon cool. Das mit der Präsentation ist auch schon ganz gut nutzbar. Aber arbeiten kann ich mit Continuum einfach noch nicht richtig, genau das wäre aber jenes „Killer-Feature“, das Microsoft brauchen würde, um sich einfach auch von der Masse abzuheben. Stattdessen ist Continuum alles andere als ein echtes Windows. Hier wurde also nicht weiter gedacht. Zwar kann ich mein Smartphone mit Windows 10 Mobile an einen Bildschirm hängen und eine Tastatur und Maus anschließen und mit einigen Apps im Vollbild arbeiten, aber doch noch lange nicht so, wie es mit einem Rechner wäre. Denn ich kann keine Windows-Programme installieren. Es muss immer eine Universal App sein und davon wird einfach bisher kaum etwas entwickelt. Und dann macht Windows seinem Namen nicht mal wirklich alle Ehre, denn alle Apps laufen auch nur im Vollbildmodus und nicht im Fenster. Also ist es einfach nicht zu Ende gedacht worden und so, wie es aktuell ist, ist es für Firmen nicht interessant.

Gleiches gilt aber für das gesamte Windows 10 Mobile. Über die Optik der Kacheln kann man ja streiten, wie man möchte, mir persönlich gefällt die Kacheloberfläche von Windows sogar sehr. Die Live-Kacheln finde ich auch richtig cool und von daher ist das schon mal gut gelaufen. Nun kommt wieder mal das ABER. Das Betriebssystem ist teilweise total unübersichtlich. Das liegt nicht an den Kacheln, sondern mehr am Aufbau. Schaut man sich alleine die Einstellungen an, so gibt es in fast jedem Einstellungsmenü noch irgendwelche kleingeschriebenen und versteckten Links zu weiteren Einstellungen, die man aber mehr als schnell übersieht. Einen Auszug daraus könnt ihr in meinem Video zur Erstkonfiguration sehen:

Sobald man sich in irgendwelchen Einstellungen befindet, wird es extrem unübersichtlich und unstrukturiert. Man kann so viel einstellen, weiß aber nicht, wo.

Und dann sind da noch die lieben Apps

Business hin oder her, bisher kann man einfach nicht von der Hand weisen, dass mobile Betriebssysteme mit den Apps und der App-Auswahl stehen und fallen. Und wenn wir hier mal einen dezenten Blick in die App-Landschaft des Microsoft Stores werfen, stellen wir schnell fest, dass es hier auch nach 3 Jahren mehr als mau aussieht. Klar, gibt es die wichtigsten Apps wie Facebook, Instagram (gerade erst aus dem Beta-Stadium raus) oder Twitter. Natürlich gibt es auch die tollen Office Apps von Microsoft selbst, die zum Großteil auch wirklich gut geworden sind. Doch dann war es das auch schon langsam. Und ob nun Business oder nicht, mit den paar Apps im Store lässt sich einfach kein Preis gewinnen. Entwickler sehen keinen Anreiz für Windows zu programmieren – warum auch? IOS war ein Vorreiter, Google schaffte einen Anreiz, indem sie auf eine offene Architektur und eine Programmiersprache setzten, die bereits vielen bekannt gewesen ist. Nun müsste Microsoft einen oben draufsetzen. Auch hier gab es wieder eine unglaublich gute Idee. Apps sollten mit wenig Aufwand von iOS und Android zu Windows 10 Mobile portiert werden können. Das wäre super gewesen und vermutlich auch erfolgreich. Microsoft ruderte hier recht schnell wieder zurück und fuhr die ganze Idee „wegen zu hohen Aufwands“ nach und nach zurück. Auch hier eine extrem geniale Idee, die wieder nicht zu Ende gedacht wurde. Die UI vieler Apps nutzen den Bildschirm darüber hinaus nicht richtig. Ein Lumia 950 und sogar der große Bruder, das Lumia 950 XL, hat ein großes Display und bietet viel Platz für Content. Anstatt diesen Platz sinnvoll zu nutzen, wird in den Apps viel lieber alles mit riesigen Schriften und viel zu großen Grafiken zugepflastert, weil die Apps einfach nicht für die verschiedenen Display-Größen optimiert wurden und häufig noch eine Entwicklung für die Vorgänger-Versionen der Windows Phones sind.

Insgesamt gehe ich also davon aus, dass Microsoft das Ganze irgendwann gänzlich begraben wird. Einen Lichtblick gibt es aber dennoch, denn Microsoft hat angekündigt, sich auch mehr auf die bestehenden und erfolgreichen Betriebssysteme wie iOS und Android konzentrieren zu wollen. Man möchte in Zukunft mehr und bessere Apps für die beiden Systeme entwickeln. Das kann ich mir jedenfalls auch gut vorstellen, denn die aktuellen Office Apps sind schon ganz gut gelungen. Hier schlummert auf alle Fälle noch Potenzial.

Was denkt ihr über Microsoft und das Windows 10 Mobile? Gehen die Redmonder jetzt den richtigen Weg? Ich bin auf eure Meinungen gespannt!

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