Das Google Pixel 6 – ein Smartphone, wie es sein sollte?

Das Google Pixel 6 – ein Smartphone, wie es sein sollte?

 

Google hat mit dem Pixel 6 und dem “großen” Bruder, dem Pixel 6 Pro, zwei sehr interessante Smartphones auf den Markt gebracht. Dabei ist vieles so ganz anders als in den letzten Jahren. Ich habe mir etwas Zeit genommen und nutze das Pixel 6 (ohne Pro) nun seit dem ersten Tag. Ich hatte mir das Smartphone aus Mountain View direkt vorbestellt, um es möglichst schnell in den Händen halten zu können. Und so teste ich es für euch nun von Tag 1 der Auslieferungen in Deutschland für euch. Während viele bereits ihre Reviews gemacht haben, wollte ich mir noch etwas Zeit lassen und auch das erste Update abwarten. Beides habe ich bzw. das Smartphone nun hinter mir und es wird Zeit, ein Urteil zu fällen. 

Das beste Pixel, das es bisher gab

Ohne dem Fazit vorgreifen zu wollen (und ihr solltet wirklich weiterlesen, denn das hier wird nicht schon das Fazit): Das Pixel 6 ist das beste Pixel, das es bisher gegeben hat. Dabei macht es eigentlich keinen Unterschied, ob mit oder ohne Pro. Denn die Unterschiede beider Geräte beschränken sich auf ein etwas anderes Display mit anderer Bildwiederholrate und ein wenig die Größe sowie ein Kameramodul mehr im Pro Modell. Ach ja, und natürlich den Preis. Denn das Pro kostet dafür knapp 250 Euro mehr. Daher erschien mir das normale Pixel 6 direkt als der Preis-Leistungs-Sieger der neuen Pixel Modelle. Nun aber ein paar subjektive Gründe von mir, warum das Pixel 6 das beste Pixel aller Zeiten ist. 

Die Pixel Reihe gibt es seit Jahren und sie hat auch eine recht große Fanbase, wenn man in einer Tech Bubble unterwegs ist. Doch das Pixel fristet, mit einem Blick auf die Marktanteile, ein eher nischiges Dasein. Mit dem Pixel 6 könnte sich das aber alles ändern. Zum einen ist da der Preis. Denn für 649 € UVP bekommt ihr ein wirkliches Flaggschiff Phone mit einem sehr eigenständigen Design, das mir extrem gut gefällt, und viel guter Hardware. Dazu gibt es dieses Jahr sowohl die Hardware als auch die Software aus einem Haus. Bedeutet, nicht nur Android mit der vollen Vanilla Experience ist wie gewohnt auf dem Smartphone – nein, dieses Mal ist Google noch einen gewaltigen Schritt weiter gegangen. Dieses Mal ist auch der verbaute SoC (Tensor Chip genannt) eine reine Eigenentwicklung. Und zu was es führen kann, wenn der SoC und die Software aus einem Haus kommen, sieht man sehr gut beim iPhone, denn die Software und die Hardware können genau aufeinander angepasst werden. Updates können deutlich länger angeboten werden, da man selbst die Firmware für die Chips macht und diese supporten kann.

Ganz subjektiv betrachtet gibt es also ein wirklich schönes Smartphone, das auffällt, mit genialer Hardware und Software aus einer Hand. Meine Meinung steht fest, es ist das beste Pixel bisher, mit unglaublichen Möglichkeiten. Aber wenn der Hype mal verflogen ist, man einen Schritt aus der Tech Bubble macht und genauer hinsieht, dann ist da natürlich nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Daher versuche ich mal einen weniger subjektiven Blick für euch zu wagen.

Gutes Display, aber nicht das beste

Beim Pixel 6 setzt Google natürlich auf ein OLED mit 6,4 Zoll und einer Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln. Dabei bietet das Display eine Bildwiederholrate von 90 Hz, ist also etwas langsamer als das Pro mit 120 Hz. Merkt man das sehr deutlich? Ich finde nicht. Wenn man speziell darauf achtet, sicherlich. Muss man deshalb das Pro haben? Ich denke eher nicht. Das Display macht einen wirklich guten Eindruck, auch wenn es nicht ganz auf dem Niveau eines iPhones 13 ist oder eines Samsung Galaxy S21. Die Blickwinkel sind gut und die Helligkeit ist in Ordnung. Man kann das Display in den meisten Fällen problemlos ablesen. Bei direkter Sonneneinstrahlung fehlt aber noch ein kleines bisschen, um es mit dem eben genannten Wettbewerb gleichziehen zu lassen. Hier reden wir aber sicher von speziellen Situationen. Die Farben sehen großartig aus. Das Schwarz ist erwartungsgemäß wirklich Schwarz und die Kontraste sehen top aus. Auch das Weiß kann sich sehen lassen. Allerdings shiftet das Display die Farbe etwas eher als bei den zuvor genannten Geräten. Bedeutet: Beim Blick von der Seite tritt ein leichter Farbstich ins Rötliche etwas eher auf. Stört aber zu keiner Zeit und fällt nur auf, wenn man darauf achtet, was sicher nur Geeks tun. 

Über die Display Ränder des Pixel 6 müssen wir aber leider doch kurz sprechen, denn die wirken ziemlich mächtig und sind es leider auch. Das Pro Modell kaschiert die Ränder mit einem gebogenen Display, das man mögen kann oder eben nicht. Aber auch das flache Display des nicht Pro Modells hätte dünnere Display Ränder gut vertragen können. Da kann man auch nicht zwingend mit dem Preis argumentieren, das bekommen andere Anbieter in der Preisklasse auch besser hin. 

Auch ein Kritikpunkt, der nicht direkt das Display betrifft, aber dennoch auffällt, wenn man drauf schaut, ist die automatische Helligkeit. Das hat Google so überhaupt nicht im Griff. Hier wechselt die Helligkeit merklich sehr sprunghaft von hell zu dunkel und anders herum. Das alleine kann schon nerven, aber manchmal scheint der Sensor, der die Umgebungshelligkeit misst, auch nicht so ganz sicher zu sein, wie hell oder dunkel es denn nun gerade ist. Das sorgt dann schon mal für ein wenig Hin und Her. Mich persönlich nervt das schon ziemlich und es würde nicht so auffallen, wenn Google die Helligkeit smooth anpassen würde. Aber nee, es muss ja super fix und in Sprüngen sein. Das “Problem” würde sich durch ein Software Update sicher schnell lösen lassen, bis dahin steuere ich die Helligkeit eben per Hand. Leider glaube ich auch nicht so recht daran, dass Google das fixen wird, denn beim Vorgänger warten einige Menschen noch heute darauf. Da war das nämlich auch schon ein Thema. Aber schauen wir, ob Google uns bald überrascht. 

Der Akku hält ewig, oder?

Glaubt man dem Google Marketing, dann hält der Akku beider Modelle Ewigkeiten. Immerhin malträtiert Google uns aktuell gefühlt in jeder Werbepause auf YouTube mit einem Clip dazu. Die Wahrheit sieht sehr divers aus, wenn man sich mal im Web umhört. Einige berichten von einer großartigen Akku Laufzeit, andere sind sehr enttäuscht. Das Pixel 6 kommt immerhin mit einem 4.614 mAh Akku daher. Da kann man einiges erwarten. Meine Erfahrungen sind sehr gemischt. Vorab sei direkt gesagt, ich bin vollkommen zufrieden mit dem Akku. Das Pixel ist sicher kein “Akku Wunder”, aber es bringt mich problemlos durch den Tag. In erster Linie muss man dem Pixel ca. 1 Woche Zeit geben, euer Nutzungsverhalten zu lernen. Denn Google optimiert mit Software extrem nach und die Akkulaufzeit verbessert sich im Regelfall nach ca. einer Woche spürbar. Aber man merkt auch, dass es durchaus Apps gibt, die deutlich stärker am Akku ziehen, als sie vielleicht müssten. Ich möchte hier jetzt keine Liste der besagten Apps erstellen, dafür ist es, glaube ich, auch zu unterschiedlich. Aber der Tensor SoC scheint nicht mit jeder App gleich gut haushalten zu können, was ggf. auch am Aufbau des SoC liegt.

Ich möchte hier nun nicht erklären, wie der SoC aufgebaut ist und was ggf. das Problem sein könnte. Es reicht zu wissen, dass der Tensor Chip eine gute Arbeit leistet, aber nicht in allen Bereichen immer perfekt agiert. Das trifft aber auf so ziemliche jeden SoC zu, denn wie heißt es so schön? Einen Tod muss man sterben. Jeder SoC hat irgendwo eine Schwachstelle, kommt ganz darauf an, wofür er entwickelt wurde. Kurz und knapp kann ich aber sagen, der Akku ist für mich wirklich in Ordnung. Ich komme durch einen ganzen Tag, manchmal auch durch 1,5 Tage, dann ist aber Schluss. 

Das Laden hingegen kommt mir extrem langsam vor. Das ist aber wieder ein rein subjektives Ding. Laden könnt ihr maximal mit 30 Watt, das dafür notwendige Ladeteil ist natürlich nicht dabei. Insgesamt ist das aber zu vernachlässigen, wenn ihr, so wie ich, meistens nachts das Smartphone ladet. Nur mal eben schnell zwischendurch nachladen ist eher nicht drin. 

Alltagsperformance top

Über den Tensor SoC möchte ich jetzt nicht zu viele technische Worte verlieren. Ich denke, es reicht zu wissen, dass es sich um einen schnellen Prozessor handelt, der ausreichend Leistung im Alltag bereitstellt. In Benchmarks kann er nicht mit dem iPhone 13 Pro mithalten und auch nicht ganz mit dem Samsung Prozessor in den Spitzen Modellen. Das ist aber auch egal, denn auf Benchmarks kommt es im Alltag nicht an. Es reicht zu sagen, alles läuft im Alltag eigentlich super flüssig und rund. Man muss fast nie lange auf etwas warten und Android 12 läuft butterweich. Das gilt leider nicht für alle Apps, was aber weniger am Tensor liegen dürfte als an fehlender Software Optimierung. So ruckelt z.B. die Twitter Timeline spürbar beim Scrollen. Das müsste nicht sein, die Frage ist, wo der Fehler liegt. An Twitter kann es eigentlich nicht liegen, auf anderen Geräten tritt dieses Phänomen nicht auf. Also würde ich hier mal dezent zu Google blicken ;). 

Komisch und unnötig finde ich hingegen Wartezeiten bei der Bildverarbeitung. Google hat den Tensor SoC vor allem für die eigenen Algorithmen optimiert und für AI Themen. Wer die Pixel Smartphones bisher schon kannte, weiß, dass Google sehr viel im Nachhinein an den Bildern optimiert, um ihnen den Pixel Look zu verpassen, den so viele Menschen, mich eingeschlossen, lieben. Doch wenn der Prozessor genau dafür gemacht ist, warum muss ich nach der Aufnahme warten, bis die Verarbeitung abgeschlossen ist, wenn ich das Bild direkt ansehen will? Es dauert meistens nicht lange, aber man merkt es teilweise deutlich. Andere Hersteller brauchen da nicht so lange. Das Ergebnis am Ende ist immer top, versteht mich nicht falsch. Aber ich hätte von Google genau an dieser Stelle mehr erwartet, wenn Software und Hardware aus einem Haus kommen. 

Dennoch kann man abschließend sagen: Das Pixel 6 ist im Alltag großartig und lässt einen nicht hängen. Einige kleine Mängel wie die erwähnte Twitter Timeline etc. lassen sich durch Software Anpassungen sicher noch beheben und so würde ich behaupten wollen, dass das Pixel 6 auch noch in zwei Jahren ausreichend Leistung haben wird, um euch gut durch den Alltag zu bringen. 

Die besten Bilder aus einem Smartphone

Kurz und knapp gesagt – nein! An dieser Stelle bitte nicht aufhören zu lesen! Nein, sicher hat das Pixel 6 nicht die beste Kamera. Aaaaaber: Ich finde die Bilder extrem genial! Und das ist es auch schon. Bilder und wie jeder Mensch die empfindet ist extrem subjektiv. Stürzt man sich auf technische Fakten, vergleicht Bilder im Detail und ist da voll der Profi, dann gibt es Kameras, die ein paar Dinge besser können. Für den Otto Normalverbraucher spielt das aber keine Rolle, denn die meisten Menschen sind keine Fotoexperten und wollen beim Draufhalten ein gutes Ergebnis erzielen. Und genau das kann Google einfach! Bilder sehen extrem eindrucksvoll aus. Die Kameras bieten eine sehr gute Schärfe und einen guten Dynamikumfang.

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Auch im Low-Light können die Bilder überzeugen. Alles sieht immer irgendwie dramatisch aus und die Farben sehen auch immer gut aus. Klar, das alles hat wenig mit dem zu tun, was das Auge gesehen hat. Aber es sieht einfach in sehr vielen Fällen perfekt aus, was ihr auf dem Display und sogar Monitor zu sehen bekommt. Wer den Pixel Look bisher mochte, wird nicht enttäuscht sein. Wer ihn noch nie mochte, wird ihn auch jetzt nicht mögen. Tatsache ist aber, dass der neue Hauptsensor mit 50 Megapixeln und der Ultrawide Linse mit einem Sensor von 12 Megapixeln einen großartigen Job macht. Sicher kann Google hier in Zukunft noch einiges mehr rausholen, als sie es bisher tun. Denn aktuell ist die Kamera eigentlich auf dem Niveau der Vorgänger unterwegs. Ich bin mir sicher, dass zukünftige Updates hier noch einiges an Verbesserungen mit sich bringen werden. 

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Wenn ihr mich ganz subjektiv fragt, dann sind mir die Bilder aus dem Pixel 6 die liebsten von allen. Hier mal ein paar Bilder die natürlich nicht nachbearbeitet sind. Sie wurden lediglich komprimiert damit das Laden bei euch nicht so lange dauert.

Pixel-6-Review-Pic-5 Android 12

Dann möchte ich noch ein paar Worte zu Android 12 verlieren. Direkt zu Beginn sei gesagt: Es ist noch nicht fehlerfrei, aber es ist einfach wunderschön. Und hier kann man sich sicherlich drüber streiten. Man mag es oder nicht, ich liebe es. Es ist für mich das schönste Android bisher, da mir das Material You extrem gut gefällt. Die Google Apps wirken alle wie aus einem Guss, da die Farbpalette immer an das Wallpaper angepasst wird – was in den meisten Fällen auch wirklich gut, aber noch nicht perfekt funktioniert. Android 12 läuft sehr snappy und die Animationen sehen richtig gut aus. Alles in allem ein sehr gelungenes OS, das noch ein paar Bugs hat, die es zu beheben gilt. Aber welches OS ist aktuell schon perfekt, wenn es ausgeliefert wird?

Pixel 6 – das Fazit

Es wird nun Zeit, ein Fazit zu ziehen. Für mich ist das Google Pixel 6 ein wirklich gelungenes Gerät, das in vielen Fällen bei den Flaggschiffen mitspielt, aber deutlich weniger kostet. Im Vergleich zum Pro ist das Pixel 6 ohne Pro der Preis- und Leistungs-Sieger. Sicher gibt es noch ein paar Software Themen, die Google in den Griff bekommen muss. Doch das Gesamtpaket aus sehr guter Alltagsleistung, guter Hardware und einem insgesamt sehr runden Angebot für einen Preis von 649 € UVP macht das Pixel 6 zu einer echten Empfehlung. Nicht verschweigen möchte ich aber auch, dass das Pixel 6 alles andere als klein und alles andere leicht ist. Wer also eher leichte und/oder kleine Smartphones bevorzugt, der ist sowohl beim Pixel 6 als auch beim Pixel 6 Pro falsch. Solltet ihr euch nicht sicher sein, solltet ihr die Geräte lieber mal im Geschäft in die Hand nehmen, bevor ihr zuschlagt. Insgesamt kann ich das Pixel 6 sonst jedem empfehlen. Auch das Pro Modell, wenn einem ein 120 Hz Display, eine Zoom Linse und ein gebogenes Display wichtig sind, ist eine Empfehlung aus meiner Sicht – wenn auch nicht so interessant wie das Pixel 6 ohne Pro. 

Googles neue Strategie bei den Google Pixel Geräten ist genau richtig

Googles neue Strategie bei den Google Pixel Geräten ist genau richtig

(Bild: Google.com)

Google hat sich in diesem Jahr dazu entschieden, nur noch mittelklasse Geräte zu vertreiben und auch bei der Auswahl bei den einzelnen Modellen wird gespart. Aber das ist nichts schlechtes, ganz im Gegenteil!

Google Pixel Smartphones waren noch nie echte Flaggschiffe

Was macht eigentlich ein Flaggschiff aus? Zum einen natürlich der Preis und da kann man beim Google Pixel in der Vergangenheit durchaus von Flaggschiff niveau sprechen. Aber war die Hardware auch wirklich immer ein echtes Flaggschiff? Nein, wenn man ehrlich ist war vieles auf sehr hohem niveau, aber irgendwie fehlte doch jedem Google Pixel das gewisse etwas, um auch mit anderen Top Smartphones mithalten zu können. Vieles wurde auch einfach nicht zuende Gedacht. Hier könnte man das Radar aus dem letzten Pixel 4 nennen. Super innovative Idee, die aber auch bei Google irgendwie nicht zuende gedacht wurde und schlussendlich nicht weiterentwickelt wurde. Wie man dieses Jahr sieht, wurde die Idee und technologie auch direkt begraben. 

Einerseits schade, andererseits verständlich. So gut die Pixel Generationen auch immer waren, sie lebten sehr stark von dem Vanilla Android und den langen Updates. Von guter Performance, dank der Abstimmung von Hardware und Software. Aber auch das Display war oft ein Kritikpunkt. Das Design wurde ebenfalls oft kritisiert. Dann das fehlen einer IP Zertifizierung in der Vergangenheit oder die schlechte Akkulaufzeit. Man könnte das jetzt lange fortsetzen, aber es gab in jedem Modell etwas, dass danach geschrien hat, kein Top Smartphone zu sein und nicht in der gleichen Liga wie das iPhone, Huawei P-Pro Geräte oder bei den Galaxy S Modellen mitzuspielen. 

Das wirkt jetzt auf euch so, als würde ich die Google Pixel Smartphones verteufeln. Doch im Gegenteil, ich liebe diese Smartphones. Das eigenständige Design, das Stock Android und die Features. Ja das Ganze “Look and feel” der Smartphones. Aber man muss auch mal einen Blick auf die Zahlen werfen und hier war Google bei den Verkaufszahlen eher eine Randerscheinung. Es lief nicht schlecht, aber das Pixel ist doch am meisten bei den echten Nerds bekannt und beim Otto-Normalverbraucher eher nicht wirklich angekommen. Das lag zum einen am Preis und den Konkurrenten in der Preisklasse, aber auch an deutlich weniger bekanntheit und Marketing. Sehr interessant, bedenkt man doch, dass Google eigentlich genau weiß wie Marketing geht.

Mittelklasse Smartphones, die Zukunft der Google Pixel Geräte

Nun hat sich Google in diesem Jahr dazu entschlossen mehr Modelle in verschiedenen Preisklassen auf den Markt zu bringen. Keines davon ist ein Flaggschiff Smartphone und keines versucht es zu sein und das ist gut so. 

Im Top Smartphone Segment tummeln sich sehr viele Hersteller und battlen sich um das beste Smartphone mit den besten Werten und die meiste Aufmerksamkeit. Das ist ein teurer Spaß. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, mag da zwar viel Geld zu holen sein, aber im Mittelklasse Segment sind viel mehr Käufer unterwegs. Denn außerhalb unserer Tech-Bubble benötigen die wenigsten ein echtes Flaggschiff. Ein wenig Surfen, Social Media, ein paar Bilder knipsen vielleicht etwas zocken, das ist das, was die meisten machen. Und dafür braucht es nicht die stärkste Hardware. Und auch nicht die teuerste. Genau hier setzt nun Google mit den neuen Pixel Modellen an. 

Moderate Hardware die potent genug ist, ein sehr gutes Nutzererlebnis zu garantieren. Eine Kamera die dank unglaublich genialer Software in der Preisklasse fast einzigartig ist. Eine Konfigurations- und Designauswahl die den Kunden nicht überfordert. Dazu eine attraktive Preisgestaltung, die das gesamte Mittelklasse Segment in drei Etappen abdeckt. 

Der Einstieg in die Mittelklasse das Google Pixel 4a

Google Pixel 4a

Quelle: google.com

Wer sich ein günstiges, simples Smartphone wünscht, das wenig Wünsche offen lässt, aber mit ein paar Features überzeugen kann, die man sonst nur in einem Flaggschiff bekommt, der startet hier. 

Für nur 340,20 € gibt es ziemlich viel Smartphone in die Hand. Vor allem Freunde von kompakten Smartphones werden sich über das „nur“ 5,8 Zoll große Smartphone freuen. Dafür bekommt ihr sogar direkt ein solides OLED Display das durch ordentliche Kontraste überzeugen kann und sich über die gesamte Front erstreckt. Wie bereits erwähnt, wählt Google bei allen Geräten jetzt einen sehr minimalistischen Ansatz. Das Pixel 4a gibt es ausschließlich in der Farbe Schwarz, ausschließlich mit 6 GB RAM (was ich bei dem Preis ordentlich finde) und ausschließlich mit 128 GB internem Speicher, was ich ebenfalls sehr ordentlich finde. Bei der Haupkamera müsst ihr mit einer Linse auskommen, Google Fans wissen aber, dass bedeutet bei Google nichts schlechtes. Diese hat dann 12,2 MP. Geladen wird der 3140 mAh Akku per USB-C, wie sich das in 2020 gehört. Auf kabelloses Laden müsst ihr in der Preisklasse allerdings verzichten, verstehe ich aber gut. 

Das Gehäuse ist aus Kunststoff, dass kann man nun bemängeln oder nicht. Es hat aber den Vorteil, da es sehr robust und leicht ist. Darüber hinaus fühlt es sich dennoch recht gut an, da es von Google beschichtet wird. Dadurch wirkt es nicht so billig, wie man vielleicht meinen könnte. Dual SIM kann das Google Pixel 4a ebenfalls liefern, eine physische SIM und eine eSIM. Allem in allem ein sehr solides Paket, vor allem wenn man die 3 Jahre Updategarantie von Google berücksichtigt. Das bekommt ihr bei wenigen Android Herstellern. 

Ach ja, zu erwähnen sei natürlich auch noch der Prozessor, da handelt es sich um den Snapdragon 730G. Ist kein Leistungswunder, dafür aber sparsam und schnell genug, dass man zu keiner Zeit das Gefühl hat, man hätte ei langsames oder gar billiges Smartphone in Händen. 

Die Mitte der Mittelklasse, das Google Pixel 4a 5G

Was mag der Unterschied zum kleinen Bruder dem Google Pixel 4a sein, fragt ihr euch nun. Auch hier ist Google natürlich minimalistisch unterwegs. Aber es gibt ein paar Besonderheiten. Für 486,42 € gibt es ein 6,2 Zoll großes Smartphone ebenfalls wieder mit OLED Display. Der Akku wächst beim Google Pixel 4a 5G auf 3800 mAh. Beim RAM und Speicher bleibt alles wie gehabt, aber der neuere Snapdragon 765G werkelt in dem Smartphone. Dieser ist noch etwas Leistungsstärker, effizienter beim Energieverbrauch und bringt auch gleich 5G mit ins Smartphone. Das sieht man aktuell zu dem Preis noch relativ selten. 

Bei der Hauptkamera gibt es dann auch direkt eine Zugabe, hier ist nun auch eine Ultraweitwinkel Linse mit verbaut. Geladen wird hier ebenfalls per USB-C mit Schnellladefunktion. Auch hier ist leider noch kein kabelloses Laden am Start. Ist aber auch bei dem Preis noch gerade so zu verkraften. Alles andere ist ziemlich identisch zum kleinen Bruder. Auch hier gibt es nur das klassische Schwarz zur Auswahl. Auch hier ist es eine Kunststoffrückseite mit spezieller Beschichtung, insgesamt aber ein super Gerät, dass euch die cleane Google Android Experience voll und ganz auskosten lässt.

Die neue Luxus-Mittelklasse, dass Google Pixel 5

Google Pixel 5

Quelle: google.com

Das Finale in der neuen Luxus-Mittelklasse bildet dann das Google Pixel 5. Hier gibt es viele Parallelen zum Google Pixel 4a 5G. Auch im Pixel 5 werkelt der Snapdragon 765G. Dort befeuert dieser ebenfalls ein OLED Display, dass allerdings mit kompakten 6 Zoll dafür aber mit 90 Hz daher kommt. 

Außerdem gibt es noch mal 2 GB Arbeitspeicher on Top. Ihr kommt im Pixel 5 also auf ordentliche 8 GB Arbeitsspeicher. Beim internen Speicher bleibt alles beim alten, ordentliche 128 GB. Der Akku wächst noch einmal auf an auf nun 4000 mAh den ihr natürlich per USB-C, dieses mal aber auch kabellos Laden könnt. 

Bei der Kamera bleibt alles wie beim kleinen Bruder. Aber nun könnt ihr Videos auch in 4K mit bis zu 60 FPS aufnehmen. Die Rückseite besteht nun aus Aluminium, wird aber nun anders beschichtet. Dadurch fühlt sie sich ein wenig an, wie ein leicht rauer Stein, was das Smartphone sehr griffig macht. Ansonsten gibt es keine Großen unterschiede mehr, außer eine “größere” Auswahl an Farben. Nun könnt ihr euch zwischen Schwarz oder Sorta Sage entscheiden, was eine Art Mint-Grün ist. Ach so, beim Pixel 5 bekommt ihr natürlich auch noch eine IPX8 Wasserfestigkeit dazu, dass kann für den einen oder anderen auch noch wichtig sein.

Überschaubar aber gut

Grundsätzlich wird dem einen oder anderen jetzt sicher ein Snapdragon 865+ fehlen, aber Fakt ist, Google hat die neue Pixelreihe, meines erachtens, extrem gut platziert. Sowohl die Ausstattung kann überzeugen, als auch der Preis. Dazu kommt, dass Pixel Smartphones bisher immer sehr wertstabil gewesen sind. Ich gehe also davon aus, dass sie das auch weiterhin sind. 

Ähnlich wie beim iPhone bekommt ihr also Hardware und Software aus einer Hand. Und einmal mehr zeigt Google, wie sie sich ein Android Smartphone wirklich vorstellen. Ein eigenständiges Design und Hardware die sich auf das wesentliche fokussiert, dort aber wirklich gut ist. Minimalistische Ansätze, die auch den Kunden nicht vor Herausforderungen stellen, welches Smartphone denn nun das richtige ist. Keine Rätselraten, was denn nun zwischen den Modellen der kleine unterschied ist, wie bei anderen Herstellern. Die Google Pixel Smartphones sind klar und verständlich. Es ist einfach, sich eines auszusuchen. Genau damit und im Mittelklasse Segment, kann Google viel Boden gut machen. Voraussetzung ist allerdings dennoch, dass mehr Kunden auf die Pixel Smartphones aufmerksam werden. Denn ohne das die Smartphones wirklich gesehen werden, werden weiterhin nur sehr eingeschränkte Nutzergruppen zu einem Pixel greifen. Lassen wir uns also mal überraschen. 

Was haltet ihr von denn vom neuen Google Pixel Lineup? Lasst mir einen Kommentar da.

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