Asus Zenbo – Kleiner Helfer, der irgendwie keiner ist

folder_openTech News
commentKeine Kommentare
Lesedauer 7 Minuten

Darauf hat die Welt gewartet, oder auch nicht? Asus hat auf der Computex in Taipei sehr überraschend einen kleinen knuffigen Hausroboter namens Zenbo vorgestellt. Den kleinen Hausroboter, der mich an einen Mix aus E.T. und dem iMac G4 aus dem Jahr 2002 erinnert, soll es in Zukunft schon für schlanke $ 599 geben, was eine echte Kampfansage ist. Immerhin reden wir hier über einen Hausroboter, der mir im Haushalt helfen soll. Da hätte man sicherlich mit höheren Einstiegssummen gerechnet.

Das kann der kleine Zenbo

Zenbo soll also der kleine Hauself von morgen werden und das zu einem echten Kampfpreis. Da stellt sich natürlich schnell die Frage nach dem Mehrwert, den der kleine Roboter für einen so geringen Kurs mit sich bringen kann. Ein niedriger Preis muss ja irgendwo herkommen.

Schaut man sich die Features des kleinen Asus Zenbo etwas genauer an, stellt man sehr schnell fest, dass sein Leistungsspektrum doch noch stark eingeschränkt ist.

Im Video, das Asus auf der Computex in Taipei präsentierte, kann man einige Anwendungsmöglichkeiten des kleinen E.T.-Verschnitts bestaunen.

Zenbo kann erinnern

Asus Zenbo ErinnerungZenbo kann euch an bevorstehende Ereignisse erinnern. Dazu kommt der kleine Kerl einfach angefahren und teilt euch mit, was als Nächstes in eurem Kalender steht. Das ist schon irgendwie cool, aber für mich nicht wirklich ein „Killer-Feature“, das mich dazu bewegen würde, den kleinen Kerl zu kaufen. Denn das schaffen sowohl mein Smartphone, mein Tablet, meine Smartwatch als auch mein Laptop. Ok, zugegeben, keines der Geräte sieht dabei knuffig aus und kann mir hinterherfahren, aber ob das einen kleinen Hausroboter rechtfertigt?? Ich bin noch nicht so recht überzeugt. Aber schauen wir weiter, denn das ist ja noch lange nicht alles, was Asus dem Zenbo beigebracht hat.

Zenbo kann beim Kochen helfen

Asus Zenbo KochenOk, die Überschrift lässt stark hoffen, denn ich als Geek bin wirklich sehr kochfaul. Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Zenbo hat keine Arme. Alle, die gehofft haben, hier die nächste Generation des Thermomix vor sich zu haben, muss ich also leider enttäuschen.

Ich hatte kurz gehofft, dass er kleine Ärmchen in seinem Körper versteckt, ähnlich wie R2D2 es in einigen Star Wars-Teilen zeigt, aber leider nein. 🙁

Zenbo kann also in der Küche keine Arbeiten direkt erledigen. Er ist eher ein vorlesendes und fahrendes Rezeptbuch. Zenbo kann einem auf Kommando ein Rezept aus dem Internet laden und die zu tätigenden Schritte vorlesen. Das ist schon nicht schlecht, aber die Rezeptsuche funktioniert mit „OK Google“ ungefähr genauso gut, würde ich mal behaupten. „Ok Google“ liest mir, jedenfalls aktuell, noch nicht die einzelnen Schritte der Rezepte vor. Aber ob mich das wirklich weiter bringt?
Also, ich bin in der Küche keine Leuchte und kann hier nur von mir ausgehen.

Bei einem Rezept lese ich teilweise eine Passage mehrfach. Ich glaube, das ist einfacher, als es mir vorlesen zu lassen. Aber Zenbo zeigt auf seinem Display gleichzeitig auch die nächsten Schritte an, somit sollte das also auch gehen. Dafür muss ich aber natürlich immer nach unten auf den Boden sehen, denn Zenbo ist nicht gerade ein Riese.

Was meint ihr? Eine echte Hilfe in der Küche?

Zenbo hilft beim Einkaufen

Asus Zenbo ShoppingDer kleine Zenbo kann beim Einkaufen „helfen“. Jedenfalls mehr oder weniger. Im ersten Video zeigt Asus, wie der kleine Kerl einem älteren Familienmitglied beim Kauf eines Gürtels behilflich ist. Interessant ist dabei, dass augenscheinlich auch der Bildschirm von Zenbo für jemand anderen freigegeben werden kann. Den Kauf muss der Nutzer allerdings noch selbst mit dem Finger durchführen. Hier kann ich mir wirklich vorstellen, dass es für ältere Menschen einen Mehrwert bietet, wenn Zenbo beim Einkaufen unterstützen kann. Ob das allerdings auch alltagstauglich ist, wage ich für den Moment noch zu bezweifeln. Vermutlich wird hier noch Einiges an Arbeit auf Asus zukommen, um das Ganze vor allem für ältere Menschen zu perfektionieren. Schlau wäre eine Kooperation von Asus mit Unternehmen, die sich in der Altenpflege auskennen.

Zenbo erzählt Kindergeschichten

Asus Zenbo Geschichten
Zenbo kann sich auch als kleine Nanny im Haushalt nützlich machen. Denn Zenbo kann Geschichten erzählen und diese sogar ein wenig mit den Kindern nachspielen. Das sieht schon mal wirklich toll aus, doch fraglich ist natürlich, ob Asus hier ein Geschichten-Tool mitbringt oder ob es für die Vorstellung auf der Computex einfach nur eine kleine „Geschichte“ von Asus gewesen ist? Sollte es nur eine Art Marketing-Gag sein, dass die kleine rollende Lampe (Zenbo) Geschichten erzählen kann, wäre das sehr schade.

Wobei sich natürlich jeder selbst überlegen sollte, ob es einen Unterschied macht, sein Kind vor dem Fernseher zu parken oder vor Zenbos Bildschirm. Ich möchte jetzt hier nicht die verschiedenen Erziehungsmethoden infrage stellen, dafür bin ich sicher auch der ganz falsche Ansprechpartner – es soll nur ein Denkanstoß sein.

Allerdings könnte der Einsatz in einem Kindergarten vielleicht durchaus sinnig sein, sofern Zenbo mit extrem vielen Kindern nicht überfordert ist. Hier kann ich mir eine Anwendung aber wirklich gut vorstellen, insbesondere wenn Zenbo mit einigen Lernprogrammen ausgestattet wäre. Mal sehen, wohin die Reise da gehen wird.

Zenbo, die fahrende Jukebox

Kennt ihr noch eine Jukebox? Genau, eine kleine oder meist eher große Kiste mit Musik drin. Und wir reden hier nicht über gestreamte Musik, sondern nur über das, was als Schallplatte (ja, Schallplatte) oder später als CD vorrätig gewesen ist. Zenbo ist eine Art Reinkarnation der Jukebox und bildet eine sehr moderne Version dessen ab. Zenbo kann auf Kommando Musik spielen, und auch wenn es im Video von Asus nicht deutlich wird, gehe ich davon aus, dass es eine Verknüpfung zu gängigen Musikdiensten wie Spotify oder Google Play-Musik geben wird. Auf einen Befehl hin spielt Zenbo also die Musik für euch ab, die ihr euch wünscht. Dabei kann der kleine Kerl noch hinter euch herfahren, so habt ihr in jedem Raum Musik, in dem Zenbo unterwegs ist. Der coole Lichtring um die Räder des kleinen Hausroboters unterstützt den fahrenden Jukebox-Look, wie ich finde. Wenn Asus es schafft, dem kleinen Kerl einen guten Klang zu verpassen, könnte eine solche Funktion eine wirkliche Konkurrenz für Hersteller von Bluetooth-Lautsprechern bedeuten. Denn es wäre nicht zwingend notwendig, sich in jeden Raum eine Box zu stellen. Ich bin auf die ersten Eindrücke und Tests zu Zenbo gespannt.

Zenbo macht Bilder

Asus Zenbo macht BilderDank der eingebauten Kamera kann Zenbo auf Wunsch euer ganz privater Fotograf werden. Auf Befehl nimmt Zenbo ein Bild oder gleich mehrere Bilder von euch auf. Vermutlich wird es auch möglich sein, ein Video zu machen, allerdings ist dazu noch nichts Näheres bekannt. Auch ist noch nicht bekannt, wie gut die Kamera in dem kleinen Hausroboter wohl ist. Der Winkel, aus dem Zenbo zwangsweise seine Bilder macht, ist etwas gewöhnungsbedürftig und dürfte hier und da nicht sehr schmeicheln, aber es ist eine coole Idee. Dennoch stellt sich hier direkt die Frage, wo die Bilder landen? Ich möchte jetzt wirklich nicht den Datenschützer raushängen lassen, aber ich glaube fast, dass alle Bilder in eine Cloud geladen werden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Zenbo alle Bilder lokal bei sich behält. Für viele ist die Cloud schon zum Alltag geworden, aber es gibt immer noch viele Menschen, die dagegen sind, private Bilder in die Cloud zu schieben. Hier sollte man sich dann natürlich überlegen, ob man das möchte.

Zenbo ist Smart Home to go

Asus Zenbo Smart HomeÄhnlich wie auch das von Google vorgestellte Google Home hat der kleine Zenbo die Möglichkeit, euer Smart Home zu steuern. Da ist Zenbo doch die deutlich charmantere Lösung im Vergleich zum Google Home-Klotz auf dem Tisch, oder?
Im Asus Video ist zu sehen, wie Zenbo Zugriff auf die Außenkamera hat und zeigen kann, wer gerade vor der Tür steht. Mit einem im Film zu sehenden Asus-Schloss an der Tür kann Zenbo auch die Haustür öffnen. Außerdem kann Zenbo das Licht dimmen oder es heller machen. Doch damit nicht genug, auch die Klimaanlage wird auf Wunsch von Zenbo gesteuert und auch der Fernseher kann ausgeschaltet werden. Es ist also zu vermuten, dass Zenbo einen Infrarot-Port dabei hat, um verschiedene Geräte wie Fernseher und Ähnliches zu steuern. Dazu reicht ein Sprachbefehl und der kleine Helfer führt die gewünschte Aktion aus. Grundvoraussetzung wird hier natürlich sein, dass Zenbo eine wirklich gute Spracherkennung hat. So futuristisch es auch in Filmen immer aussieht, wenn Sprachbefehle eine Aktion zu Hause auslösen, Voraussetzung ist, dass man verstanden wird und das eigentlich in jeder Situation. Google ist in Sachen Spracherkennung schon ziemlich gut, wie ich finde, und ich hoffe, Asus ist das auch, sonst würde dieses Feature keinen wirklichen Mehrwert bieten. Um das Ganze mit Zenbo nutzen zu können, scheint aber auch eine Asus-eigene Smart Home-Lösung notwendig zu sein. Im Video erkennt Zenbo ja bereits das Asus-Türschloss. Um den günstigen Zenbo also wirklich in vollem Umfang nutzen zu können, sollte man sich auf eine Stange weiterer Kosten einstellen.

Fazit

Der kleine Zenbo ist schon ein sehr interessanter kleiner Kerl und wurde von Asus auch knuffig genug gestaltet, um in einem Haushalt gut anzukommen. Den wirklichen Mehrwert von Zenbo sehe ich aktuell allerdings noch nicht. Und es gibt auch einige Risiken, die der kleiner Hausroboter mit sich bringt. Ohne ein Datenschutz-Apostel sein zu wollen, muss ich zu bedenken geben, dass Zenbo vermutlich auch ein interessantes Ziel für Hacker ist. Vor allem dann, wenn Zenbo wirklich das eigene Haus steuern und die Haustür für mich öffnen kann. Auch die vermehrte Cloud-Nutzung ist für den einen oder anderen sicher ein Thema, könnte ich mir vorstellen. Und dann ist da natürlich noch der Bereich Video und Audio. Damit Zenbo einwandfrei funktioniert, muss er immer lauschen, was gesagt wird, und muss immer mit der Kamera ein Bild aufnehmen, um korrekt reagieren zu können. Die Frage ist, wo landet all dieses private Material von mir aus meinen privaten Räumen oder in privaten Momenten? Bei aller Technikliebe sind das und mehr wichtige Fragen, die es von Asus zu beantworten gilt.

Gerade bei alten Menschen kann ich mir Zenbo wirklich gut als kleinen Alltagshelfer vorstellen. Ältere Menschen möchten oder können teilweise nicht am Smartphone rumspielen und Zenbo ist da genau das Richtige, wie ich finde. Man kann mit dem kleinen Kollegen interagieren wie mit einem Menschen, was eine große Barriere zur Technik abbaut. Für den normalen Hausgebrauch sehe ich den Nutzen von Zenbo hingegen noch nicht so recht. Denn alles, was Zenbo kann, kann zu einem sehr großen Teil eben auch mein Smartphone oder Tablet. Zugegeben, die meisten Smart Home-Lösungen haben noch keine Spracherkennung, aber auch das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Und dann ist da ja noch der Preis. Mit gerade mal $ 599 ist Zenbo ein Schnäppchen. Doch um wirklich alle und vor allem die in meinen Augen interessantesten Funktionen nutzen zu können, wird man so Einiges mehr an Geld in die Hand nehmen müssen. Sicher wird Asus eine eigene Smart Home-Lösung anbieten, um die Steuerung von Licht, Tür, Klimaanlage, Heizung und Vielem mehr zu realisieren. Hier wären dann vermutlich schon mal alle raus, die sich bisher für ein anderes Smart Home-System entschieden haben. An sich dürfte eine vollumfängliche Smart Home-Lösung um Einiges teurer werden als der kleine Zenbo selbst. Dann könnte ich mir vorstellen, dass die eigene Asus-Cloud beim Thema Bilder etc. in den Fokus gerückt wird. Hier stellt sich auch die Frage, ob man mit der kostenlosen Version hinkommen wird, oder eher nicht? Da Zenbo auch Notrufe absetzen kann, wäre da vermutlich auch noch eine SIM-Karte, die benötigt wird; und im Video war kurz ein Asus-Armband mit einer SOS-Funktion zu sehen, welches vermutlich zu dem Asus-eigenen Notrufsystem gehört. Auch hier entstehen also ggf. zusätzliche Kosten.

Bis jetzt kann man also nicht abschätzen, wie hoch die Kosten um Zenbo herum sind, aber ich denke, es ist klar, dass Zenbo selbst noch das Günstigste von allem sein wird. Wer den kleinen Hauselfen auf Rädern halbwegs sinnvoll nutzen möchte, wird diesen Invest allerdings tätigen müssen. Denn ohne die Smart Home-Lösung kann Zenbo sogar weniger als mein Smartphone.

Ich bin wirklich sehr gespannt, was Asus mit Zenbo alles umsetzen wird und wie umfangreich Zenbo im alltäglichen Leben tatsächlich helfen wird. Klar ist: Asus hat einen riesigen Schritt nach vorne gemacht, und das vor allen anderen Wettbewerbern auf dem Markt. Nun darf man sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und sollte am Ball bleiben. Denn noch steht Zenbo nicht in den Wohnzimmern und die Vorstellung von Asus hat bestimmt viele Wettbewerber wachgerüttelt.

Lasset also die Spiele um den ultimativen Hausroboter beginnen, denn Asus hat hier aktuell die Nase vorn.

Was haltet ihr denn von Zenbo? Würdet ihr euch einen kleinen Hausroboter ins Haus holen? Findet ihr die Idee gut oder glaubt ihr, dass Zenbo einfach zu wenig Mehrwert bietet? Hinterlasst mir doch einen Kommentar, ich freu mich auf eure Meinung!

Quelle: Asus Zenbo

Tags: ,

Related Posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.