Google Pixel 5 Langzeittest – Ein Android Smartphone, wie es sein muss…

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… jedenfalls wenn man Google fragt. Ob das Mittelklasse-Smartphone von Google auch mich im Langzeittest überzeugen konnte, erfahrt ihr hier in diesem ausführlichen Review. 

Googles Interpretation, wie ein Smartphone sein sollte

Google zeigt mit den Pixel Geräten jedes Jahr aufs Neue, wie sich Google ein Android Smartphone wirklich vorstellt. Doch Google macht noch mehr mit der Pixel Reihe, denn sie zeigten bisher auch immer Features, die sehr experimentell gewesen sind – wie zum Beispiel das Radar im Vorgänger, dem Google Pixel 4. Doch auch wenn der Hersteller aus dem sonnigen Mountain View Ende letzten Jahres Einiges umgekrempelt hat, wurde mit dem Google Pixel 5 auch wieder eindrucksvoll gezeigt, was ein gutes Smartphone ausmacht. Denn mit dem aktuellsten “Spitzenmodell” von Google konzentriert sich der Suchmaschinenriese auf das Wesentliche. Es ist ein Smartphone entstanden, das auch von mir erst skeptisch, dann neugierig und dann begeistert beäugt wurde. Das ist jetzt schon ein kleiner Teaser, aber bleibt dran, ich erkläre euch warum.

Fokus auf das Nötigste in allen Belangen

Google fokussierte sich beim Google Pixel 5 auf seine Kernkompetenzen und genau auf die Dinge, die sie gut können. Ohne viel Schnickschnack und möglichst minimalistisch. Doch das ist nicht schlecht für das Smartphone. Auch wenn wir hier von einem Spitzenmodell sprechen, handelt es sich beim Google Pixel 5 um ein Mittelklasse-Smartphone. Ein Google Pixel 5 XL sucht man hingegen vergeblich, das hat Google direkt mal weggelassen und nur ein Gerät in diesem Segment präsentiert. Ich habe das Pixel 5 nun einige Monate testen und mir einen detaillierten Eindruck machen können. 

An dieser Stelle wird es wohl Zeit, sich mal die Hardware des Gerätes genauer anzusehen, um zu schauen, was Mittelklasse hier eigentlich genau bedeutet. 

Die Hardware des Google Pixel 5

Das neueste und schnellste Pixel Modell aus 2020 kommt mit sehr solider Hardware daher und lässt eigentlich kaum Wünsche offen, ist aber eben kein Flaggschiff Smartphone mehr und muss sich daher auch nicht mit einem iPhone oder einem Samsung Galaxy S21 messen. 

Beim Prozessor bekommt ihr den soliden Qualcomm Snapdragon 765G. Die Bezeichnung macht schon deutlich: Es handelt sich um den 5G SoC aus dem Hause Qualcomm. Schlagen tut das 64 Bit Herz mit 2,4 GHz + 2,2 GHz und 1,8 GHz. Die Adreno 620 Grafikeinheit zaubert euch mit ordentlich Leistung die Inhalte auf das Display, das mit 6 Zoll sehr kompakt ausfällt und mit Full HD auflöst. Natürlich spendiert euch Google hier, wie gewohnt, ein OLED, auf das ihr eure Augen richten könnt, und obendrauf gibt es noch eine 90 Hz Bildwiederholrate.

Das sehr kompakte Handy kommt trotz der geringen Baugröße mit einem ordentlichen 4000 mAh Akku daher. Als Arbeitsspeicher gibt es 8 GB und auch keine weitere Auswahl. Auch beim internen Speicher sind nur 128 GB verfügbar. Mehr geht nicht und erweiterbar ist der Speicher, wie schon bei den Vorgängern, nicht. 

Bei der Kamera gibt es solide, aber alte Technik. Google verbaut schon seit einigen Generationen den gleichen Sensor und auch im Google Pixel 5 kommt der bereits aus dem Vorgänger bekannte 12,2 Megapixel Hauptsensor mit Dual Pixel Technologie zum Einsatz. Die Blende von f/1.7 sorgt für eine ordentliche Lichtstärke und ein gutes natürliches Bokeh, dazu aber später mehr. Zusätzlich zum Hauptsensor gibt es noch einen 16 Megapixel Ultraweitwinkel Sensor, der mit f/2.2 Blende auch einen guten Eindruck auf dem Papier macht. Wie sich die beiden Linsen im Alltag schlagen, berichte ich später. Auch bei der Front-Kamera gibt es Aufgewärmtes aus dem Vorjahr. Hinter einem kleinen Punch Hole im Display versteckt sich die 8 Megapixel Front-Kamera, die mit einer Blende von f/2.0 gerne noch etwas lichtstärker sein dürfte. 

Geladen wird das Google Pixel 5 wahlweise klassisch per USB-Kabel, in diesem Fall USB-C; das Ladegerät liegt dem Lieferumfang bei (muss man ja inzwischen schon dazu sagen). Schnellladen bedeutet beim Pixel 5 mit 18 Watt per Kabel laden. Wer auf Kabel verzichten möchte, kann auch mit 12 Watt kabellos laden. Ja, das machen andere bereits schneller, aber für die Mittelklasse finde ich das voll in Ordnung und ausreichend schnell, außerdem belastet es den Akku nicht so sehr. Reverse Wireless Charging unterstützt das Pixel 5 aber natürlich auch, damit ihr beispielsweise eure Google Buds aufladen könnt. Kommen wir mal zu den Details.

Verarbeitung und Qualität

In Sachen Verarbeitung konnten die Pixel Geräte eigentlich schon immer überzeugen, wenn auch die Beschichtungen der Rückseiten oftmals sehr anfällig waren und Geräte ohne Hülle schnell etwas runtergerockt aussahen. Dieses Mal kann ich die Verarbeitung wirklich nur als sehr gut bezeichnen. Alles macht einen ordentlichen Eindruck. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt, das Display ist bei meinem Gerät jedenfalls passgenau verbaut und die Öffnungen für Lautsprecher und Mikrofone sind sauber aus dem Gehäuse gefräst. Das Google Pixel 5 ist natürlich auch IPX8-zertifiziert und damit wasserfest.

Ach, wo wir gerade vom Gehäuse reden, hier mag der eine oder andere das haptische Gefühl des Pixel 5 nicht. Ich hingegen finde es sehr gut. Beim ersten Anfassen hat man das Gefühl, es könnte sich um eine Kunststoff-Rückseite handeln. Was aktuell ja ein wenig zu einem neuen Trend wird (siehe Samsung Galaxy S21). Beim Google Pixel 5 handelt es sich aber um einen Aluminium Unibody. Damit man trotz des Rahmens aber kabellos laden kann, wurde ein Loch für die Ladespule in die Rückseite gemacht. Damit man diese nun nicht sieht, wurde der gesamte Rahmen mit einem leicht rauen Kunststoff überzogen. Ich finde das eine extrem gelungene Lösung und sehr einfallsreich. Zumal das Pixel 5 durch die leicht angeraute Oberfläche sehr gut in der Hand liegt und einem nicht so leicht aus der Hand rutscht.

Außerdem ist die Rückseite vollkommen unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und sieht immer gut aus. Hier gibt es übrigens auch nur zwei Farben zur Auswahl: Just Black, was ein mattes Schwarz darstellt, und Sorta Sage. Auch Sorta Sage ist matt und eine Art Mintgrün. Muss man nicht mögen, aber Google ist ja bekannt für gewagte Farben. Auf der Rückseite findet sich übrigens auch der Fingerabdruck-Sensor, den man gut ertasten kann und der sehr schnell und zuverlässig arbeitet. Beim Kopfhörer setzt Google klar auf kabelloses Hörvergnügen, denn einen Kopfhöreranschluss sucht ihr vergebens.

OLED 90 Hz Display

Beim Display hatte ich ja schon angeteasert, dass es sich um ein OLED handelt, was zum einen natürlich angenehm stromsparend ist, aber meines Erachtens auch das bisher beste OLED ist, was Google je verbaut hat. Gerade bei den Displays gab es in der Vergangenheit bei den Vorgängern gerne mal Probleme. Ein Gelbstich oder das Shiften der Farbe in Richtung Gelb oder Blau beim Kippen des Displays waren leider keine Seltenheit. Auch dieses Jahr fällt zwar gerade bei hellen Elementen auf, dass das Display ins Blaue kippt, aber nicht so deutlich wie bei den Vorgängern. Für mich ist das echt ok, doch in Bezug auf die Display-Qualität natürlich nicht mit einem iPhone oder Galaxy S21 zu vergleichen. Die Weißwerte sind für ein OLED wirklich in Ordnung, die Farben gefallen mir sehr. Sie sind recht natürlich, was ich in Ordnung finde, und trotz OLED nicht zu übersättigt, auch wenn ich es gerne etwas punchy mag bei den Farben.

Die 90 Hz Bildwiederholrate sind ein echtes Highlight. Diese liegen nicht immer an und das Pixel 5 entscheidet dynamisch, wann die 90 Hz gebraucht werden. So schont Google den Akku und den Prozessor. Beim Scrollen durch die Timelines und die Menüs wirkt das Smartphone durch das 90 Hz Display extrem schnell, was man von einem Mittelklasse-Smartphone so nicht kennt. Auch der Vorgänger hatte bereits ein 90 Hz Display, hier knüpft man also an die alten Flaggschiff Gene an. Bei der Helligkeit hätte es hingegen noch etwas mehr sein dürfen. Zwar ist das Display in den meisten Lebenslagen gut ablesbar, ist aber bei 50 % schon nicht sehr hell im Vergleich zu anderen Geräten. Dennoch hatte ich keine Probleme, es auch draußen gut abzulesen. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung fehlen dem Display notwendige Reserven bei der Helligkeit.

Lautsprecher und Sound

Für viele auch sehr wichtig ist das Lautsprecher Setup eines Smartphones. Ich lege da nicht so viel Wert drauf, möchte aber natürlich eure Fragen dazu beantworten. Das Google Pixel 5 kommt mit Stereo Lautsprechern daher: ein Lautsprecher auf der Unterseite und ein weiterer oben hinter dem Display. Die Lautsprecher klingen ok, mehr aber auch nicht. Sie werden nicht sonderlich laut, hier wäre noch Luft nach oben. Auch fehlt es ihnen etwas an Bass, dafür verzerren sie im Regelfall nicht. 

Kameras: Solide, aber langsam wird’s Zeit für ein Update

Die Google Pixel Reihe steht schon von Anfang an für extrem beeindruckende Bilder. Und das sowohl bei Tag als auch bei Nacht. Hier zeigt Google vermutlich am eindrucksvollsten, wie gut sie Software können. Denn vor allem der Software, die die Bilder nachbearbeitet, sind die extrem guten Ergebnisse zu verdanken. Aber reicht das heute noch aus? Die kurze und knappe Antwort lautet: Ja! Es reicht noch aus und auch mit den wirklich in die Jahre gekommenen Kamerasensoren mit den bereits erwähnten 12,2 Megapixel bzw. 16 Megapixeln bekommt ihr eindrucksvolle Ergebnisse. Ja, ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es die beste Mittelklasse-Kamera ist, aber nur dank der Software. Ich bin immer wieder überrascht, was Google in der Lage ist, mit der Software aus den Sensoren rauszuholen. Ich bin auch extrem froh, dass Google sich als zweiten Sensor für einen Ultraweitwinkel entschieden hat, den ich einfach großartig finde. Ich zoome nahezu nie mit dem Smartphone und finde den Weitwinkel deutlich sinnvoller im Alltag. Ich weiß aber, dass sich einige sicher auch eine Zoomlinse gewünscht hätten. Die Ergebnisse können in jedem Fall voll überzeugen, für einen Flaggschiff Vergleich würde es aber langsam eng werden. Denn die anderen Hersteller haben hier extrem aufgeholt. Dennoch wird sicher jeder von den Ergebnissen im Alltag überzeugt sein.

Der ganz eigene Pixel Stil der Bilder, gerade auf bei Selfies mit Bokeh, faszinieren immer. Und im Android Bereich zeigt Google hier ganz klar, wie die Kamera auch softwaretechnisch funktionieren muss. Wenige Funktionen, super Ergebnis, einfach draufhalten und das Ergebnis stimmt nahezu immer. Der Fokus ist schnell und auch bei Nacht kann das Googel Pixel 5 nach wie vor überzeugen.

Hier findet ihr einige Beispiele, direkt aus der Kamera, aber komprimiert für die Website:

Portrait Google Pixel 5

Alltagsleistung

Für die meisten extrem wichtig dürfte vor allem die Alltagsleistung sein. Auf dem Google Pixel 5 werkelt von Werk aus pures Android 11 ohne Schnickschnack. Man muss das pure Android natürlich mögen, ich persönlich liebe es. Und Google zeigt eindrucksvoll, was man mit einem Qualcomm 765G so alles machen kann. Das Smartphone fühlt sich im Alltag extrem schnell an. Ja, sogar schneller als oder wenigstens gleich schnell wie viele Flaggschiff Smartphones. Apps öffnen und schließen super schnell. Menüs und Timelines fliegen einfach an einem vorbei. Die 90 Hz vermitteln dem Nutzer das Gefühl, das Display würde quasi direkt am Finger kleben. Das gesamte Bedientempo ist extrem hoch und macht, kurz gesagt, einfach viel Spaß. Ruckler oder Hakler hatte ich zu keiner Zeit. Lediglich beim Bildermachen wird deutlich, dass es sich beim Prozessor nicht um einen Flaggschiff SoC handelt. Denn nach dem Fotografieren braucht der Prozessor schon noch einen spürbaren Moment, um das Bild zu verarbeiten. Das stört nicht beim schnellen Aufnehmen von Bildern, aber wenn man direkt im Anschluss das Bild betrachten möchte. 

Für die Gamer unter euch gibt es, denke ich, keinen Grund zur Sorge. Alles läuft so weit sehr solide, wenn auch bei extremen Games vermutlich nicht in der allerhöchsten Auflösung. Hier merkt man einfach, dass es nicht der High-End Prozessor ist, was aber nicht bedeutet, dass die Gaming-Leistung schlecht wäre, sondern lediglich nicht auf dem Niveau eines 1000-Euro-Smartphones. Aber das Pixel 5 kostet ja auch keine 1000 Euro. 

Der 4000 mAh Akku hält bei mir problemlos einen ganzen Tag und darüber hinaus durch. Dank des kleinen Prozessors und der guten Abstimmung von Hardware und Software ist das Google Pixel 5 sehr effizient mit seinem Akku, was man vor allem im Stand-by bemerkt. Bedenkt man die sehr kompakte Bauweise und das geringe Gewicht, dann beeindruckt das umso mehr. 

Dass ihr Kopfhörer nur kabellos oder mit einem entsprechenden Adapter (der nicht im Lieferumfang enthalten ist) nutzen könnt, finde ich persönlich nicht schlimm. Ich nutze meistens Bluetooth Geräte und bin froh über jedes Kabel weniger. Mich stört das im Alltag also gar nicht, sicher gibt es aber auch Menschen da draußen, die andere Anforderungen haben.

Fazit

Es wird Zeit für das Fazit zum Google Pixel 5 und ich bin begeistert. Für mich ist es das rundeste Paket, das Google bisher mit einem Pixel Phone herausgebracht hat. Mit dem Pixel 5 zeigt Google sehr eindrucksvoll, wie sie sich Android vorstellen, und auch, dass es nicht immer ein Flaggschiff Smartphone sein muss. Denn auch wenn der Prozessor hier und da sicher eine Gedenksekunde braucht, wenn Bilder optimiert werden, arbeitet das Handy im Alltag doch extrem zuverlässig und lässt jedenfalls bei den alltäglichen Dingen überhaupt keine Wünsche offen.

Das Display wünsche ich mir in der nächsten Version heller, aber ansonsten kann ich nur wenig bemängeln. Für mich gehört es in der Preisklasse klar zu den besten Geräten, ich würde sogar sagen, es ist das beste Gerät für mich. Stock Android, super Performance, die in der Preisklasse beste Kamera und 3 Jahre garantierte Software Updates von Google. Damit punktet das Google Pixel 5 ganz klar.

Die kompakte Größe von 6 Zoll und das geringe Gewicht von nur 151 g überzeugen mich voll, Freunde eines großen Displays aber sicher nicht. Für alle anderen spreche ich für das Pixel 5 eine klare Kaufempfehlung aus. Die Preise fallen in dem einen oder anderen Online Shop auch immer mal ordentlich – mit etwas Geduld müsst ihr also nicht 629 Euro berappen, die Google in seinem Shop verlangt. Wobei man auch sagen muss, dass Pixel Geräte sehr lange preisstabil bleiben, auch wenn man sie selbst mal irgendwann verkaufen möchte. Das ist im Vergleich zu den anderen Herstellern ein klarer Vorteil.

Habt ihr noch Fragen zu dem Gerät oder habt ihr es vielleicht selber und könnt von euren Erfahrungen berichten? Dann haut es mir gerne in die Kommentare.

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