Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus: Das ist das neue Flaggschiff

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Spätestens seitdem Samsung das Galaxy  Note 7 Debakel hinter sich hat, warten die Fans auf eine kleine Wiedergutmachung. Das neue Galaxy S8 und der große Bruder S8 Plus sollen es nun richten. Anders als in den Vorjahren gibt es dieses Mal nicht die Wahl zwischen einem Galaxy mit und ohne Edge Display. Beide neuen Flaggschiffe hat Samsung mit dem beliebten Edge Display ausgestattet. Nun müsst ihr euch nur noch entscheiden, welche Größe es denn sein soll?




Display

Beim Galaxy S8 stand ganz klar die seit einiger Zeit beliebte Screen to Body Ration im Fokus. Kurz gesagt: Euer neues Smartphone sollte, wenn möglich, nur noch aus Display bestehen. So kommen beim kleinen Galaxy S8 auch satte 5,8 Zoll Display-Größe zustande. Dabei löst das Display mit 2.960 x 1.440 Pixeln auf, was 570 ppi entspricht. Der große Bruder Galaxy S8+ ist um 0,4 Zoll größer und bringt es auf 6,2 Zoll Display-Diagonale. Die Auflösung bleibt dabei aber gleich. Samsung hat es damit geschafft, fast die gesamte Front der neuen Flaggschiffe in ein riesiges Display zu verwandeln. Samsung nennt das Infinity Display, für das sogar der beliebte Home-Button weichen musste. Dieser ist nun quasi im Display und soll auf verschiedene Druckstärken reagieren, ähnlich wie es beim iPhone mit dem 3D Touch funktioniert.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Samsung bringt die neuen Smartphones wieder mit zwei unterschiedlichen SoCs auf den Markt, wobei wir hier in Europa wieder in den Genuss der hauseigenen Exynos Prozessoren kommen. Beide Galaxys kommen mit einem Exynos 8895 daher. Der Octa-Core macht den Rennflundern mit 4x 2,3 GHz und 4x 1,7 GHz Beine. Die neue SoC-Generation wird (nur mal so für die technisch Interessierten unter euch) im 10 nm Verfahren hergestellt. Samsung gibt an, dass der neue SoC ca. 10 % mehr Leistung als der Vorgänger aus dem Galaxy S7 hat und bis zu 21 % mehr Grafikleistung auf die Straße bringt.
Nicht, dass der Vorgänger schwach auf der Brust gewesen wäre oder man die zusätzliche Leistung unbedingt bräuchte ….

Aber wir reden hier ja immerhin von einem Flaggschiff! Dem Prozessor stehen dann 4 GB Arbeitsspeicher zur Seite. Hier haben einige Kritiker sicher 6 oder gar 8 GB erwartet. Schließlich gibt es bereits Wettbewerber, die mit 6 GB nach vorne preschen. Aber eigentlich ist das unnötig und geht nur zu Lasten des Akkus. Ich bin wirklich froh, dass sich Samsung hier nicht für unnötige Effekthascherei entschieden hat und nur verbaut, was man auch tatsächlich braucht.

Kamera

Bei der Kamera ist wieder viel zu erwarten. Hier will sich Samsung natürlich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Auch dieses Jahr setzt Samsung wieder auf einen 12 Megapixel Dual Pixel-Sensor. Die Blende bleibt unverändert bei f/1.7, der Sensor soll aber dennoch eine noch bessere Low-Light-Performance haben. Ob das tatsächlich der Fall ist, müssen dann wohl die Tests zeigen. Auf den ersten Blick scheint sich hier aber nicht wirklich viel getan zu haben. Dafür geht es bei der Frontkamera des Galaxy S8 richtig rund. Hier wird eine 8 Megapixel Kamera mit Autofokus verbaut. Allerdings kommt hier nun auch eine Blende f/1.7 zum Einsatz, was extrem genial für Selfies ist. Wirklich schön ist, dass es Samsung geschafft hat, die Kamera nahezu ganz im Gehäuse zu versenken, was bei vielen anderen Geräten inzwischen ja ein gern genommener Kritikpunkt ist.

Safety first


Das Galaxy S8 setzt natürlich auch auf Sicherheit. Zwar ist es nichts gänzlich Neues, aber ihr könnt die neue Rennflunder nun auch per Iris-Scan bzw. gar per Gesichtserkennung entsperren, was in den ersten Tests auch schon sehr gut und vor allem schnell funktioniert. Da es keinen richtigen Home-Button mehr gibt, fällt auf der Vorderseite leider auch der Fingerprint-Sensor weg. Dieser ist nun auf die Rückseite gewandert, was ich grundsätzlich schon nicht so schön finde. Leider hat sich aber auch bewahrheitet, was bereits in einigen geleakten Bildern zu sehen war. Anstatt den Fingerprint-Sensor in der Mitte des Gerätes zu platzieren, wurde er neben der Kamera positioniert, was leider wenig ergonomisch ist und dazu führen wird, dass man immer wieder auf die Kameralinse packt.
Ich finde es sehr gut, dass der Fingerprint-Sensor im Galaxy S8 nicht einfach wegfällt, aber die Position finde ich doch sehr unglücklich gewählt.

Auf der anderen Seite neben der Kamera gibt es auch weiterhin den Pulsmesser, der leider ebenfalls dazu verleitet, immer wieder auf die Kamera zu packen. Das war aber auch schon beim Vorgänger so.

Akku – ein heißes Thema

Nachdem das Galaxy Note 7 ja bekanntermaßen einige Akku-Probleme hatte und aus dem Verkehr gezogen wurde, soll es das Galaxy S8 nun wieder richten und das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Während das Galaxy S7 edge noch einen 3600 mAh Akku besessen hat, wurde der Akku des neuen Flaggschiffes sogar kleiner und schrumpfte im kleinen Modell auf 3000 mAh und im S8+ auf 3500 mAh. Das sorgte direkt für einige Kritik, doch ist zu vermuten, dass Samsung nicht noch einmal das gleiche Risiko wie beim Note eingehen möchte und somit nicht versucht, auf Teufel komm raus jede noch so kleine Ritze mit Akku zu füllen und diesen zu stark ins Gehäuse zu quetschen. Dennoch ist nun natürlich spannend, wie gut das neue Flaggschiff mit dem Akku auskommt. Der neue Prozessor sollte etwas sparsamer als der Vorgänger sein, daher ist hier trotz mehr Leistung auch eine höhere Energieeffizienz zu erwarten. Allerdings ist das Display auch von 5,5 Zoll auf 5,8 Zoll gewachsen und wird vermutlich auch etwas mehr Strom benötigen.

Ich für meinen Teil bin wirklich sehr gespannt, wie sich die Geräte im Alltag schlagen werden. Aufgeladen wird der Akku dieses Mal über einen USB-Typ-C-Anschluss, der auch eine flotte Datenübertragung mit dem USB 3.1 Standard möglich macht. Fast Charge ist wie auch beim Vorgänger wieder an Bord. Aber ihr könnt auch kabellos per Induktion laden und dafür nun auch ein Schnellladegerät kaufen. Leider ist es nicht im Lieferumfang enthalten und kann nur zusätzlich gekauft werden.

Speicher

Beim Galaxy S8 und S8+ habt ihr keine Wahl, wie groß der Speicher sein soll. Es wird nur eine Größe angeboten und die hat 64 GB, was an sich schon voll in Ordnung geht. Natürlich könnt ihr den Speicher wieder mit einer MicroSD-Karte erweitern und so zusätzlich bis zu 256 GB nachlegen. Das sollte für alles Notwendige ausreichen.

Bixby – Noch ein Siri, Google Assistant, Cortana oder Alexa, das euer Leben verändert


Bixby ist ebenfalls neu im Galaxy S8 und S8 Plus und soll euer Leben verändern und vor allem erleichtern. Samsung ist sich damit so sicher, dass Bixby sogar einen eigenen echten Button an der linken Seite bekommen hat. Sobald ihr diesen drückt, bekommt ihr den Bixby Feed mit News zu sehen, die auf euch zugeschnitten sind. Natürlich könnt ihr auch mit Bixby sprechen und den Samsung-Assistenten Einiges erledigen lassen. Allerdings nur dann, wenn ihr es auf Englisch oder Koreanisch sagt, denn Deutsch kann Bixby aktuell noch nicht.

Nicht, dass ich glauben würde, dass wir unbedingt noch einen Sprachassistenten bräuchten, aber es ist schade, dass Bixby zum Marktstart nicht auf Deutsch funktioniert. Ein eigener Button hätte aus meiner Sicht eher nicht sein müssen. Da würde ich mir eher einen Button als Kamera-Auslöser wünschen. Aber nun gut, so ist es nun und ich bin gespannt wann Bixby in Deutschland online geht und was Bixby dann so kann.

DeX – Windows Continuum als Android-Version


Mit DeX hat das Galaxy S8 ein weiteres neues Feature erhalten, was zwar grundsätzlich nicht neu ist, aber im Android-Bereich allemal. Ihr könnt euer Smartphone nun mithilfe eines Docks als „PC“ mit Monitor, Tastatur und Maus nutzen. Das kommt euch bekannt vor? Stimmt, Microsoft nennt das Continuum und führte es mit Windows 10 und dem Lumia 950 und Lumia 950 XL ein. Leider war das Ganze bei Microsoft wenig erfolgreich, da die Windows-Smartphones leider wieder schlecht verkauft wurden. Die grundsätzliche Idee war aber gut, wenn auch noch nicht ausgereift. Nun möchte sich Samsung daran versuchen. Viele Leute prophezeien bereits einen riesigen Erfolg, da Samsung viel mehr Nutzer im Smartphone-Bereich hat. Allerdings müssen wir, denke ich, realistisch bleiben. Android ist einfach kein Windows, auch wenn es hier vermutlich schnell mehr DeX-Apps geben wird als Windows-Apps, die auch auf Continuum-Basis laufen. Und auch wenn eigentlich alles mit den Apps steht und fällt, ist Android einfach kein Betriebssystem, mit dem man uneingeschränkt so gut arbeiten kann wie mit Windows. Es ist sicher gut für ein paar E-Mails und ein wenig Surfen, vielleicht auch noch, um ein paar Texte zu schreiben etc. Dennoch: Einen Laptop oder Desktop wird es wohl nicht ersetzen können. Aber warten wir es ab und sehen, was DeX wirklich kann und wie produktiv man tatsächlich damit arbeiten kann. Schon die Jungs von Jide haben mit dem Remix Mini auf Android-Basis ein Gerät als Desktop-Ersatz auf den Markt gebracht, aber für mehr als die bereits genannten Tätigkeiten reicht es auch dort nicht.

Fazit

Ohne das Gerät bereits in den Händen gehalten und vor allem im Alltag genutzt zu haben, ist mein Fazit natürlich erstmal nur so daher gesagt. Fakt ist, das Galaxy S8 und S8 Plus beeindrucken mich vom Design her. Das Infinity Display ist definitiv eine Augenweide und natürlich macht es extrem Eindruck, dass fast die gesamte Front aus einem Display besteht. Doch das Ganze bringt auch Nachteile mit sich. Schon beim Vorgänger mit Edge kam es durch die abgerundeten Ecken bei mir immer mal wieder zu Fehleingaben. Die Edges des neuen Flaggschiffs sind aber nicht so stark und daher gibt es vielleicht weniger Fehleingaben. Auch wäre eine Handballenerkennung bzw. die Erkennung von Fehleingaben wünschenswert und ich hoffe, Samsung hat sich gerade bei einem solch großen Display hierzu Gedanken gemacht. Zur Leistung lässt sich aktuell noch nichts oder nicht viel sagen, aber es ist davon auszugehen, dass die Leistung mehr als ausreichend ist und die Kamera weiterhin eine der besten in einem Smartphone sein wird, auch wenn sie kein echtes Upgrade erhalten hat. Die neue Designsprache der Benutzeroberfläche gefällt auf den ersten Blick sehr gut und passt hervorragend zum Design des Galaxy S8.

Zu den Preisen sei aber auch noch ein Wort verloren. Das Galaxy S8 erhaltet ihr hierzulande für 799 € und das Galaxy S8 Plus für 899 €. Das ist natürlich wieder ein stolzer Preis und es ist fraglich, ob ein Upgrade von einem S7 Edge zum Beispiel wirklich lohnenswert ist, worauf ich dann sicher in einem ausführlichen Test eingehen werde. Beide Flaggschiffe bietet Samsung in Deutschland in drei Farben an. Midnight Black, Orchid Grey und Arctic Silver.

In jedem Fall ist zu erwarten, dass es sich beim neuen Samsung Galaxy S8 und beim großen Bruder um ein solides Smartphone handelt, das grundsätzlich kaum Wünsche offen lässt und designtechnisch weit vorne ist. Wie gut es sich im Alltag schlägt und ob es das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten.


Werdet ihr euch das neue Galaxy S8 oder S8 Plus kaufen? Lohnt sich ein Upgrade vom S7 für euch? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.




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